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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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S. Der peloponnesische Krieg. 217

mit der Niederlage der athenischen Flotte, ihrer Flucht nach Samos unddem Verlust von 15 athenischen Triremen endete 407).

Dieser Sieg hatte sehr wichtige Folgen. Des Alcibiades Feindeklagten diesen vor dem Volke an, das ihn zur Verbannung verurtheilteund an seiner »Stelle zehn Strategen ernannte, unter ihnen Thrasyllus undder in der Folge berühmt gewordene Konon. Dieser erhielt den Ober-befehl über die Flotte, welche sich nach Samos gerettet hatte, und zugleicher Zeit trat an Lysander's Stelle [dessen Jahr der Befehlsführungabgelaufen war) Kallikratidas. Diese beiden gleichzeitigen Ernennungengaben abermals, aber nicht für lange, dem Kriege eine für Athen günstigeWendung. Kallikratidas, ein strenger, aufrichtiger, männlicher undtapferer Spartaner im Sinne der ersten Zeiten Spartas, war dagegenweder ein gewandter Politiker, noch ein grosser Feldherr. Er vermochtenicht, sich von Seiten des Cyrus die gleiche Zuneigung zu erwerben,deren Lysander genossen hatte, und die peloponnesische Flotte, welchezwar auf 170 Triremen verstärkt war, aber keinen Sold von den Persernerhielt, zeigte weniger Thätigkeit, als unter Lysander. Konon dagegenzeichnete sich durch hohe kriegerische Begabung aus. Gleich seine ersteMassregel war sehr verständig: um die Flotte mit weniger Ausgaben zuunterhalten und doch mit der grössten Freiheit und Schnelligkeit handelnzu können, verminderte er die Zahl der Triremen auf 70, wählte aber diebesten aus und bemannte sie mit den auserlesensten Mannschaften ganzvollzählig. Dennoch waren seine ersten Unternehmungen unglücklich.Kallikratidas hatte Methymna auf Lesbos mit Sturm genommen, verfolgteKonon, der nahe bei dieser Insel vorbei segelte, schlug ihn im Hafen vonMytilene und schloss ihn auf der Seeseite, die Stadt Mytilene selbst abervon der Landseite ein. Es gelang aber dem Konon, hiervon Nachrichtnach Athen gelangen zu lassen. Trotz der grossen Erschöpfung rüsteteder athenische Staat in 30 Tagen 110 Dreiruderer und mehr als 20,000Mann darauf aus und schickte sie unter Führung von 8 aus jenen 10Strategen Konon mit einem Strategen war in Mytilene eingeschlossennach Lesbos. Bei Samos auf 150 Dreiruderer verstärkt, segelten die Stra-tegen nach Lesbos. Kallikratidas erhielt hiervon Nachricht. und Hessnun Eteonikus mit 50 Triremen zur Einschliessung Konon's und Myti-lene's zurück, während er selbst mit 120 Triremen gegen die athenischeFlotte vorrückte. Bei den arginusischen Inseln (zwischen Lesbos undder Küste Kleinasiens) entbrannte ein heisser Kampf, in welchem diepeloponnesische Flotte total geschlagen wurde und mehr als 70 Dreirudererund 10,000 Mann verlor, die erschlagen wurden, ertranken oder ge-fangen wurden (im Jahre 400). Unter den Ertrunkenen befand sich auchKallikratidas selbst. Die Trümmer der Flotte retteten sich nach Chios.Eteonikus hob sogleich die Einschliessung MytilVe's auf und ging auch