V Der peloponnesisohe Krieg. ■) | |
dieser Weise war die Wegnahme von Decelea für die Athener noch fol-genschwerer als die im vorigen Jahre von ihnen bewerkstelligte vonPylos es für die Lacedämonier gewesen war.
Inzwischen gewannen in Sicilien die Dinge mehr und mehr eine fürdie Athener ungünstige und für die Syrakusaner günstige Gestalt. DieSyrakusaner hatten 80 Triremen ausgerüstet und griffen am Eingang in dengrossen Hafen die athenische Flotte an, und gleichzeitig machte Gylippusmit seinem gesummten Landheer einen Angriff auf die drei einzelnen Ver-schanzungen der Athener auf dem Vorgebirge Plemmyrium. Obgleich diesyrakusische Flotte geschlagen wurde, so bemächtigte sich Gylippusdoch der athenischen Schanzen und damit zugleich der dort lagerndengrossen Vorrärhe an Schiffsmaterial und Lebensmitteln. Die Wegnahmedieser Verschanzungen und die Besetzung des Vorgebirges Plemmyriumwar darum so wichtig, weil dadurch die athenische Flotte von der Verbin-dung mit dem Meere abgeschnitteu wurde. Einige Zeit nachher beschlossendie Syrakusaner, welche erfahren hatten, dass Demosthenes und Euryme-don mit Verstärkungen an Schiffen und Truppen von Griechenland nachSyrakns unterwegs seien, vor deren Eintreffen noch die Athener abermalsanzugreifen und womöglich ihnen eine entscheidende Niederlage beizu-bringen. Es kam zu einem Kampfe im Innern des grossen Hafens, inwelchem die athenische Flotte (76 Dreiruderer) von der syrakusischen(80 Dreirudereri geschlagen und eingeschlossen wurde.
Bald darauf erschienen Demosthenes und Eurymedon mit 500,0 Ho-pliten und ungefähr 2000 Mann leichten Fussvolks auf 73 Triremen.Demosthenes erkannte sehr richtig, dass rasch und entschieden gehandeltwerden müsse, und dass die Wegnahme von Epipolä ein Haupthinder-niss für die Einschliessung von Sj'rakus beseitigen würde. Demzufolgeward sofort ein nächtlicher Angriff auf Epipolä ausgeführt. Aber dasGlück hatte entschieden die Athener verlassen; durch die hartnäckige»Vertheidigung der Böotier aufgehalten, welche zu den peloponnesischenHülfstruppen gehörten, wurden sie von Epipolä heruntergeworfen. totalin Unordnung gebracht und erlitten eine entscheidende Niederlage undeinen enormen Verlust.
Nun forderte Demosthenes die sofortige Rückkehr von Flotte undHeer nach Athen. Nicias aber widersetzte sich dem, da er die Verant-wortlichkeit und Schande fürchtete, vielleicht auch, weil er sich auf dieErfolge seiner geheimen Verbindungen mit den Anhängern der Athenerin Syrakus verliess. Indessen zwangen die Nachricht von der Verstärkungder Syrakusaner durch neue Hülfstruppen von sicilischen Stämmen,Krankheiten und Sterblichkeit im athenischen .Heere (eine Folge derniedrigen und feuchten Lage ihres Aufstellungsortes und die ausseror-dentliche Muthlosigkeit in demselben endlich Nicias zur Einwilligung in
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