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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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8. Der peloponn'esische Krieg. 209

trogilische Hafen. In den grossen Hafen kam man durch einenziemlich schmalen Durchlass zwischen Ortygia und dem Vorgebirge Plem-.myrium. Die nördlichen Stadtmauern, von dem kleinen Hafen bis Epi-polä reichend, waren am Rande von nach aussen steil abfallenden Höhenerbaut, die südlichen, vonEpipolä bis zum grossen Hafen und Ortygia,auf sanft abfallenden Erhebungen, an deren Fuss ein tiefes morastigesThal lag. In diesem Thal floss parallel zu der Südmauer derAnapus demsyrakusischeu Meerbusen zu. Jenseits des Anapus war das Terrain nachWesten und Süden hin hügelig und durchschnitten.

Es ist ersichtlich, dass die Einschliessung von Syrakus zwei grosseHindernisse zu überwinden hatte: die ungeheure Ausdehnung der Stadtlängs dem Meere und am Lande, und die dominirende Lage der unzu-gänglichen Epipolä. Ohne den Besitz dieses Punktes war es unmöglich,die Stadt von der Landseite her ganz einzuschliessen und die Wegnahmedesselben war sehr schwierig. Von der Notwendigkeit durchdrungen,die Einschliessung von Syrakus vornehmlich mit der Wegnahme von Epi-polä zu beginnen, schickten die Athener gleich nach ihrer Landung eine,auserlesene Schaar Truppen zum Sturm dagegen. Zum guten Glück fürsie war Epipolä nur schwach besetzt (von kaum 700 syrakusischeu Ho-pliten , und es gelang den Athenern, den Felsen zu erklimmen, Epipolämit Sturm zu nehmen und die Besatzung mit Verlust in die Stadt zuwerfen. Darauf machten sie sich rasch an das Aufwerfen von Circum-und Contra-Vallations-Linien von Epipolä nördlich und südlich der Stadtzum Meere. Die Syrakusaner suchten diesen Bau durch quer geführte Wälleund durch Ausfälle zu stören, versuchten sogar Epipolä wieder zu neh-men, wurden aber stets abgeschlagen und ihre Wälle zerstört. In einerder hieraus sich entspinnenden Affairen wurde Lamachus getödtet undNicias blieb als alleiniger Befehlshaber der Athener zurück. Die Belage-rungsarbeiten gingen schnell vorwärts und bald war Syrakus zu Landeund zur See fast vollkommen eingeschlossen. Viele Städte Siciliens undsogar Italiens begannen sich den Athenern zuzuneigen und sie mit Lebens-mitteln zu versorgen. Selbst in Syrakus entstanden Unzufriedenheit undStreit, verbreiteten sich Schreck und Verzagtheit, und endlich knüpftendie Syrakusaner mit Nicias Unterhandlungen an.

Da gab plötzlich die Ankunft einer peloponnesischen Flotte nebstHeer zu ihrer Hülfe den Dingen eine ganz andere Weudung. Die sparta-nische Regierung hatte den Befehl über die peloponnesischen Truppenund Schiffe auf Anrathen des Alcibiades dem Gylippus, einem sehr ge-wandten und erfahrenen Führer, übertragen. Als dieser von der bedenk-lichen Lage von Syrakus Nachricht erhielt, gerade zu der Zeit, als Heerund Flotte sich erst an der Insel Leukadia sammelten, eilte er mit 4 Tri-remen sogleich nach Sicilien. landete in Himera. brachte unter den Syra-

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I, l. J *