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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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2o I II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

Kampfe bei der Stadt wurde das athenische Heer aufs Haupt geschlagen,sein linker Flügel floh nach Ei'on , das Centrum wurde auseinanderge-sprengt, der rechte Flügel umzingelt und fast ganz aufgerieben. Kleonselbst, der feige floh, wurde erschlagen. Brasidas erfocht einen ent-scheidenden Sieg, starb aber zum Unglück für Sparta bald an denin der Schlacht erhaltenen schweren Wunden. Sein Tod liefreite dieAthener von einer grossen Gefahr und beraubte Sparta des einzigenfähigen Feldhcrrn. den es in diesem Kriege bisher gehabt hatte.

Die unmittelbare Folge des Sieges bei Amphipolis war die Eröffnungvon Friedensunterhandlungen zwischen Sparta und Athen. Sparta wardurch den Krieg erschöpft, in welchem es bislang nur Niederlagen er-litten und nicht nur seine Absichten nicht erreicht hatte, sondern sogarselbst in Gefahr gerathen war. Und die Athener hatte ihr letztes Miss-geschick und der Abfall vieler Bundesgenossen zum Frieden geneigt ge-macht. Die Unterhandlungen währten den ganzen Winter, 122421.und wurden spartanischer Seits durch ihren König Plistoanax und athe-nischer Seits durch Nicias geführt, der an Kleon's Stelle getreten war.Glücklicherweise waren Beide zum Frieden entschlossen, und durch ihreBemühungen kam Ende des Frühjahres 421 zwischen Sparta und Athenendlich ein Separat-Friede zu Stande, der sogenannte Friede desNicias, auf 50 Jahre, dem bald fast alle Bundesgenossen von Spartabeitraten.

§.56.Sechs Jahre des Friedens zwischen Sparta und Athen (421416).

Der zwischen beiden Staaten abgeschlossene Friede beruhigte Grie-chenland nicht und machte den Kriegen im Lande kein Ende. Seineerste Wirkung war. dass er im Peloponnes selbst eine Menge mit SpartaUnzufriedener schaffte, von denen die wichtigsten: Korinth, Argos, Elisund Mantinea . sich gegen dasselbe verbündeten. Die unruhigen, ehr-süchtigen Geister, welche den Krieg wünschten, nahmen an Zahl zu,sowohl in Sparta wie in Athen. und gewannen die Oberhand über dieverständigen Friedensfreunde. In Athen stand an jener Ersten Spitzeder junge Alcibiades, ein Mann von ausserordentlichem Verstände undreicher Begabung , aber auch von übermässiger Ehrsucht, masslos eitelund mit Lastern behaftet. Nachdem dieser die höchste Gewalt erlangthatte, stellte er bald Athen an die Spitze eines neuen peloponnesischenBundes gegen Sparta. Die unaufhörlichen Ränke und Intriguen der ehr-geizigen Feinde des Friedens, wie Alcibiades, und der griechischenStaaten, welche nur ihren eignen Vortheil im Auge hatten. der sich ver-schärfende Kampf der aristokratischen und demokratischen Parteien,der .-bald der einen, bald der andern Partei zufallende Triumph und die