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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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S. Der peloponnesiüche Krieg. 203

Durch Klugheit und Gewandtheit in den Unterhandlungen unddurch sein edles, wohlwollendes und rechtliches Verhalten erreichteBrasidas, dass die Thessalier ihm erlauhten , ruhig und ungestört durchThessalien /,u ziehen; der Herrscher des lyncestischen Gehietes, das ander Westgrenze Macedoniens liegt, schloss ein Bündniss mit Sparta, undAkanthus, Stagira, Amphipolis und viele andere von Athen abgefalleneStädte Macedoniens und Thraciens traten in den peloponnesischenBund ein.

Die Nachricht von den Erfolgen des Brasidas und besonders vonseiner Wegnahme von Amphipolis versetzte die Athener in grosse Un-ruhe, brach ihren Hochmuth und machte sie zum Frieden geneigt. Wiedie spartanische Regierung trotz ihrer letzten Erfolge, so wünschten auchdie Athener nicht minder den Frieden, und so schlössen bald beide Theileeinen Waffenstillstand auf ein Jahr. Aber er ward nicht lange gehalten.Unter dem Vorwande. dass zwei Städte in Thracien .Scione und Mendevon Athen erst zwei Tage nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandesin Athen abgefallen wären, entsendeten die Athener auf Kleon's Au-ra then ein Heer nebst "Flotte, um diese beiden Städte mit Gewalt derWaffen wieder unter die Botmässigkeit von Athen zu bringe». Zu dieserselben Zeit befand sich Brasidas mit Perdikkas auf einem Feldzuge gegenden Beherrscher des lyncestischen Gebietes, der gegen Sparta verräthe-riscb gehandelt hatte. Von den macedonischen Truppen in kleimnüthigerFlucht schmählich verlassen, schlug Brasidas die Angriffe des numerischsehr überlegenen Feindes, der sich durch die benachbarten Ulyrier nochverstärkt hatte, muthig ab und eilte, nachdem er einen geschicktenRückzug in Macedonien bewerkstelligt hatte, nach Thracien.^ : Hier warin seiner Abwesenheit den Athenern schon die Ueberwältigung der Mendäergelungen. sie hatten ihre Burg belagert und genommen. Scione einge-schlossen. Perdikkas verband sich aufs Neue mit ihnen und vermochtedie Thessalier dazu. dass sie keine spartanischen Verstärkungen nachMacedonien und Thracien durchliessen. Brasidas'Lage in Thracien wurdenoch schwieriger und gefahrvoller. als dreissig Dreiruderer und einstarkes athenisches Heer unter Kleon's Führung in Ei'on. dem befestig-ten Hafen von Amphipolis . erschienen (-422'. Es gelang aber Brasidasdurch eine rasche Bewegung dem Kleon in Amphipolis zuvorzukommen.Kleon hatte sich dieser Stadt gegenüber aufgestellt und blieb lange un-thätig stehen, ohne zu wissen, was zu thun und wozu sich entschliessen.Endlich, als er auf Brasilias'Seite Vorbereitungen zum Angriff auf dasathenische Heer bemerkte. trat er in kurzer Entfernung von der StadtAmphipolis in grosser Unordnung den Rückzug nach E'ion an. wo sichdie Flotte befand. Brasidas brach ungesäumt aus Amphipolis hervorund griff Kleon an. In dem entstehenden, begreiflicher Weise kurzen,