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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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8. Der peloponuesische Krieg. 1 99

wegen und durch List die Hopliten mit Lebensmitteln versorgten, und er-reichten daher ihre Absicht nicht, Jene durch Hunger zur Uebergabe zuzwingen. Darüber verging die Zeit, und es kam der Herbst mit seinenStürmen, und die Athener selbst litten unter der langen, ausserordentlichbeschwerlichen Einschliessung, der zusammengedrängten Aufstellung amHafenufer, und besonders unter dem Mangel an süssem Wasser, undauf dem Lande mussten sie noch ziemlich häufige Angriffe des pelopon-nesischen Heeres aushalten. Dies Alles zusammen beunruhigte dieAthener sehr, und Kleon wurde auf allgemeines Verlangen mit Verstär-kungen , welche er selbst aus Abtheilungen von Hülfstruppen der athe-nischen Verbündeten, grösstenteils aus Psiloi und Bogenschützen zu-sammenraffte , nach Pylos gesendet. Glücklicher Weise setzte man demunfähigen Kleon den erfahrenen und kuadigen Demosthenes als Gehülfenzur S.eite. /-

Nach ihrem Eintreffen bei Pylos forderten er und Demosthenes vonden Peloponnesiern, dass die Hopliten sich ergeben sollten, und als diesabgelehnt wurde, beschlossen sie sogleich auf Sphakteria zu landen unddie äussersten Anstrengungen zu machen . um die Hopliten lebendig ge-fangen zu nehmen. Die Zahl dieser Hopliten betrug damals 420 Mann,die bei ihnen befindlichen Sklaven ungerechnet. Sie standen unter demBefehl des Spartaners Epitadas und waren in folgender Weise vertheiltund aufgestellt: 30 Mann standen an der Seeseite, die doppelte Zahletwa an dem steilen ungangbaren Ufer, nahe bei einer kleinen alten, vonSteinen erbauten Verschanzung, auf der entgegengesetzten Seite gegenPylos hin, alle Uebrigen mit Epitadas selbst in der Mitte der Inselauf der ebensten Stelle derselben. Kurz vorher war durch Zufall derganze Wald auf Sphakteria abgebrannt, so dass die Athener die Insel nuneinsehen und die Aufstellung der Hopliten deutlich erkennen konnten.

Am bestimmten Tage landeten schon vor Tages Anbruch Kleon undDemosthenes zu gleicher Zeit auf Sphakteria von der Seeseite und derHafenseite mit 800 auserlesenen Hopliten, denen nach und nach dasganze bei Pylos befindliche athenische Corps folgte, die ausgenommen,welche zur Vertheidigung darin zurückblieben. Die vordersten pelopon-nesischen Wachen wurden unvermuthet überfallen, entwaffnet und ge-tödtet, und als es hell wurde, gingen die athenischen Truppen von beidenSeiten geordnet zum Angriff gegen die Mitte der Insel vor. Demostheneshatte seine Anordnungen so getroffen, dass die peloponnesischen Hopli-ten von allen Seiten von athenischen Psiloi eingeschlossen waren, denenvon der See- und der Hafenseite die athenischen Hopliten folgen sollten ;durch ein Ueberschütten mit Wurfgeschossen und fortwährende AngriffeSeitens der Psiloi wollte er den Feind ermüden und schwächen und ihnzwingen, die Waffen zu strecken. Und so geschah es. Die peloponne-