8. Der pelopormesische Krieg. J97
die lacedäruonischen. später die verschiedenen peloponnesischen Truppenwurden nach Pylos dirigirt, wohin auch die Flotte von Korcyra zu fahrenBefehl erhielt. Es gelang der peloponnesischen Flotte, der Wachsamkeitder athenischen, welche hei der Insel Zakynthus lag, zu entgehen, undso traf sie einige Zeit nach ihren Landtruppen vor Pylos ein.
Dem geräumigen Hafen von Pylos lag nach dem Meere zu die InselSphakteria oder Sphagia vor, lang, schmal, unbewohnt, mit dichtemWald bewachsen, und mit steilen felsigen Ufern. Ihre Nord- und Süd-spitze bildeten, indem sie sich dem Lande näherten, zwei enge Durch-fahrten zu dem Hafen. Die Peloponnesier hatten, als sie ihre Flotte inden Hafen führten, die Insel Sphakteria mit auserlesenen, der Reihe nachabwechselnden Hopliten besetzt, am Ufer des Hafens gleichfalls Hoplitenaufgestellt, und wollten den Eingang zum Hafen durch die beiden Durch-fahrten für die athenische Flotte sperren, indem sie Dreiruderer mit denVordertheilen einander zugekehrt dicht an einander stellten (was aberaus unbekannten Gründen nicht ausgeführt wurde). Das Landheerschloss Pylos von der Landseite ein und sollte den Angriff gegen dasselbemit der Flotte zugleich machen, wodurch die Peloponnesier hofften, dieBefestigungen von Pylos leicht zu gewinnen, welche doch nur flüchtigaufgeführt und von einer Handvoll Leute vertheidigt waren.
Währenddem hatte Demosthenes, der schon vor Ankunft der pelo-ponnesischen Flotte zwei von seinen fünf Dreiruderern zur athenischenFlotte nach Zakynthus gesandt hatte, um sie von der drohenden Gefahrfür Pylos zu unterrichten und Hülfe zu fordern, alle nöthigen Massregelngetroffen, um diesen Punkt aufs Beste und Hartnäckigste zu vertheidigen.Die bei ihm gebliebenen drei Triremen zog er aufs Ufer und umgab siemit einem Zaun, bewaffnete ihre Ruderer und verstärkte seine Schaardurch 40 messenische Hopliten. Dann vertheilte er einen grossen Theilder Hopliten und Psiloi hinter die Befestigungen nach der Landseite, erselbst aber stellte sich mit 60 auserlesenen Hopliten und einigen Bogen-schützen vor den schwächsten Theil der Befestigung, der dem Meere zu-gekehrt lag. dicht am Ufer auf, denn hier vorzugsweise erwartete er denAngriff der peloponnesischen Flotte.
Wirklich versuchten bald nach Ankunft dieser Flotte 43 Dreirudererderselben an dieser selben Stelle zu landen. *) Gleichzeitig griff das pe-loponnesische Heer Pylos zu Lande an. Den ganzen Tag und einenTheil des folgenden wüthete ein heftiger blutiger Kampf, in welchem aufbeiden Seiten mit ausserordentlicher Tapferkeit gefochten wurde, derSieg aber sich endlich auf die Seite der Athener neigte. Die Pelopon-
*) Wobei der peloponnesische Anführer Brasilias sich durch Heldenmuth her-vorthat. Anm. d. Uebers.