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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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196 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

herumsegelte. Nahe bei den Gestaden Lakoniens erfuhren die Führerder athenischen Flotte, dass 60 peloponnesische Dreiruderer gleichfallsgen Korcyra entsendet und bereits dort seien. Eurymedon und Sophokleswollten demzufolge sofort und eiligst direct nach Korcyra fahren. AberDemosthenes forderte, dass 'zuerst Pylos (das heutige Navarino) besetztund befestigt würde, eine zerstörte und unbewohnte Stadt am messe-nischen Ufer, 400 Stadien (70 Werst = 70 Kilometer = 10 Meilen) vonSparta. Er motivirte die aussergewölmliche Wichtigkeit dieser Besitz-ergreifung und Befestigung damit, dass er auf den ausgezeichnetenHafen bei Pylos und auf ihre von Natur schon starke örtliche Lage hin-wies , auf den lleichthum der Umgegend an Holz und Steinen, die zurWiederherstellung der Verschanzungen geeignet wären, und auch dar-auf aufmerksam machte, dass die Stadt an der spartanischen Grenzeso nahe bei Sparta selbst läge, und endlich nachwies, wie die Messenierwegen ihres Hasses gegen die Spartaner den Athenern sowohl bei Be-setzung und Vertheidigung von Pylos, als durch Einfälle von dort inLakonien, von wesentlichem Nutzen sein könnten. Aber weder dieathenischen Truppen, noch ihre Befehlshaber waren hiermit einver-standen, bis ein plötzlich entstehender und lange anhaltender Sturm dieFlotte wie absichtlich in den Hafen von Pylos trieb und sie dort einigeTage unthätig festbannte. Aus Langeweile forderten endlich die Truppenselbst Pylos zu befestigen und entwickelten dabei so viel Eifer und Thä-tigkeit, dass sie in sechs Tagen die Befestigung dieses Punktes gänzlichvollendeten. Nun blieb Demosthenes mit fünf Dreiruderern im Hafenvon Pylos zurück, Eurymedon aber und Sophokles setzten mit den übrigen35 Schiffen die Fahrt nach Korcyra fort.

Diese Besetzung und Befestigung von Pylos durch die Athener hatteohne jegliche Störung seitens der Spartaner vor sich gehen können, weil1) diese gänzlich unvorbereitet und überrascht waren, 2 keinerlei be-sondre Massregel zu Vertheidigung und Schutz der peloponnesischenKüsten getroffen hatten, 3) die Nachricht von der Besetzung von Pylosdurch die Athener anfänglich keinen grossen Eindruck in Sparta machte,wo man annahm, dass die Athener Pylos gleich räumen würden, sobaldsie hörten, dass ein spartanisches Heer dagegen anrückte, andernfalls sieleicht hinausgeworfen werden würden, 4) endlich das peloponnesischeHeer zu dieser Zeit sich in Attika befand, wo es mit Anfang des Jahreseingefallen war, unter Führung des spartanischen Königs Agis, einesSohnes des Archidamus. Aber die Unzulänglichkeit der Verpflegung,die für die Jahreszeit ungewöhnlich stürmische kalte Witterung und be-sonders die Nachricht von der Besetzung" von Pylos durch die Athenertrieben den Agis eilends zum Peloponnes zurück, nachdem er in Attikaim Ganzen nur zwei Wochen gewesen war. Die spartanischen, danach