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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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8. Der peloponnesische Krieg. 195

Aeusserste getrieben, musste Mitylene sich ergeben. Ihre Mauern wurdenzerstört, die Schiffe in die athenische Flotte eingestellt. die Bewohnerfortgeführt und dadurch die ganze Insel Lesbos für die Athener zurückunterworfen.

Demnächst ereigneten sich höchst wichtige Dinge in Aetolien undAkarnanien im Jahre 426. Schon vorher, 429. hatten Peloponnesier wieAthener gleichzeitig sich an einem Kriege betheiligt, der zwischen denAmbraciern einerseits und den Akarnaniern und amphilochischenArgiveni andererseits entbrannt war. Die Peloponnesier unterstütztendie Ersteren. die Athener die Letzteren. In den demzufolge stattge-habten Actionen an der Küste von Aetolien und Akarnanien, und in demMeerbusen, der diese von Achaja trennte, war der Erfolg stets auf Seitender Athener gewesen, und die Peloponnesier. einmal zu Lande und zwei-mal im Meerbusen geschlagen, hatten endlich unverrichteter Dinge nachdem Peloponnes zurückkehren müssen (429). Im Jahre 426 wendete sichnun der Feldherr Demosthenes der Athener, welcher mit einem Heer auf30 Dreiruderern den Akarnaniern zu Hülfe geschickt war. zuerst gegendie halbwilden, aber kriegerischen Bergvölker Aetoliens. mit der Absicht,nach deren Unterwerfung nach Doris. Phocis und Lokris zu gehen undvon dort vom Norden her in Böotien einzudringen. Dieser Feldzugsplanwar nicht ungeschickt: unglücklicher Weise wurde Demosthenes. dermit geringen Kräften mitten in die ätolischen Berge gedrungen war. nahebei der Stadt Aegitium durch die ihn umzingelnden Aetolier geschlagenund gezwungen nach Naupaktus am Ufer des korinthischen Meerbusenszurückzugehen. Bald aber wetzte er diese Scharte aus. indem er seiner-seits die Peloponnesier bei Olpä und die Ambraciern bei Idomeue schlug,in Folge dessen die Ersteren in den Peloponnes zurückkehrten, und dieLetzteren mit den Akarnaniern Friede schlössen.

Die wichtigsten Ereignisse im Verlauf dieser fünf Jahre fanden aberim Jahr 425 an den Südwestgestaden des Peloponnes statt. Schon früherhatten die Athener einen Theil von Heer und Flotte in Sicilien gehabt, umin den Zwistigkeiten unter den sicilischen Griechen ihre Bundesgenossenauf dieser Insel zu unterstützen. Angeregt durch das Haupt der demo-kratischen Partei, den ehrgeizigen und grosssprecherischen Kleon. be-schlossen sie im Jahr 425 Jenen noch thatkräftigere Hülfe zu leisten undentsendeten 40 Triremen unter dem Befehl des Eurymedon und Sopho-kles, denen als Rathgeber Demosthenes beigegeben war. nach Sicilien.Eurymedon und Sophokles hatten Befehl, auf dem Wege nach Sicilien inKorinth anzusegeln und die dortige demokratische Partei im Kampfmit den Aristokraten zu unterstützen. Dem Demosthenes war aber Voll-macht gegeben, die Flotte nach seinem Ermessen zu einem Augriff aufdie peloponnesischen Küsten zu verwenden . während sie um dieselben

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