1 92 Ü. Vom Anfang der griech -pei's. Kriege bis zum Tode Alexandev's d. Gr.
zur Empörung gegen sie. Die eigentlich athenischen Truppen warennicht mehr als 32,000 Mann stark, und die Hälfte derselben war zumSchutz von Athen, von dessen Häfen und der Städte iu Attika abcom-mandirt.
Die Spartaner dagegen waren schwach zur See, aber stark auf demLande. Ihre Verbündeten waren der ganze Peloponnes (Argos undAchaja ausgenommen) , Böotien, Phocis, Lokris, die Städte Megara,Ambracia und Anaktorium, und die Insel Lenkadia, kurz fast alle Land-schaften, Städte und Staaten des Festlandes von Griechenland. Sie Allezusammen bildeten den peloponnesischenBund, an dessen SpitzeSparta stand. Dieser peloponnesische Bund hatte nur eine kleine Flotte,sehr geringe Geldmittel, der Arinuth des Peloponnes entsprechend, undes herrschte wenig Eintracht undUebereinstimmung in ihm. Dafür aberbetheiligten sich alle Bundesgenossen gern an demselben, da sie keineAbgaben an Sparta bezahlten. die allgemeine Meinung war für Sparta,das gleichsam als der Erretter Griechenlands von der Vergewaltigungund dem Ehrgeize Athens betrachtet wurde, endlich, — und das war dasbei Weitem Wichtigste, — konnte der peloponnesische Bund eine zahl-reiche und ausgezeichnete Landarmee autstellen, deren Hauptkraft indem spartanischen schweren Fussvolk bestand. — es genoss des Ruhmesunüberwindlich zu sein, — und der Oberbefehl über die Truppenlag (— ein grosser Vortheil —) ganz in einer Hand, denn er gebührteausschliesslich einem spartanischen Könige.
Auf diese beiderseitige Lage der Verhältnisse waren nun auch dieersten Combinationen für das Verhalten der beiden Gegner basirt.Sparta und der peloponnesische Bund beschlossen, angriffsweise auf demFestlande vorzugehen, in Attika einzufallen und die Athener im Centrumihrer Macht zu fassen. Man zweifelte nicht, dass man die Athener zuLande in einer entscheidenden Schlacht besiegen und so mit einemSchlage sie zur Bewilligung der ihnen gestellten Friedensbedingungenzwingen würd^. Dagegen rieth Perikles den Athenern sehr weise, zuLande nur sich auf die Defensive zu beschränken, Attika der Verwüstungdes Feindes Preis zu geben und sich hinter Athens Mauern zu schützen,— auf dem Meere aber offensiv und entschieden vorzugehen, die Schiffe.Küsten und Ansiedelungen des Feindes anzugreifen und die Ersteren zuvernichten, die Zweiten zu verwüsten, die Letzteren zu unterwerfen.
Dieser weise Rath des berühmten Führers der Athener wurde vondiesen gebilligt und angenommen, und demzufolge verliessen die Be-wohner von Attika ihre Wohnungen, und siedelten nach Athen über, wo100 Dreiruderer sofort für Actionen zur See bereit gemacht wurden.