J 88 II. Vom Anfang der griecH.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
ren Insel fort und nahm die letztere Stadt in Besitz 470\, — einenPunkt, der durch seine Lage in Bezug auf den Krieg wichtig war. Aberer brachte die kleinasiatischen Griechen gegen sich auf durch seineuausserordentlichen Hochmuth und seine Härte gegen sie. und machtesich selbst der Verrätherei schuldig, da er in geheime Verbindungen mit denPersern trat und ihnen versprach. Griechenland in ihre Macht zu bringen.Dies war die erste und erfolgreiche politische Unterhandlung, zu welcherdie Perser ihre Zuflucht nahmen, und die darin bestand, dass sie diegriechischen Führer durch Bestechung auf ihre »Seite zu bringen suchten,— ja Themistokles- selbst wurde von den Athenern des Verraths be-schuldigt. Die Spartaner beriefen den Pausanias zurück und verzichtetenauf weitere Betheiligung am Kriege; die kleinasiatischen Griechen aberübertrugen den Oberbefehl an die Athener, in der Person ihrer verdientenund geschickten Feldherren AVistides und Cimon. Der Letztere, der dievereinte athenisch-ionische Flotte befehligte, setzte den Krieg gegen diePerser mit Erfolg und ruhmreich und nutzbringend für die Athener, fort.Im Jahr 470 machte er einen glücklichen Feldzug nach Thracien, zwangdie Perser zur Herausgabe aller Städte, sowohl dort als im thracischenChersones, und vollendete damit die Verjagung der Perser aus allenPunkten des europäischen Mutterlandes. Im Jahre 469 ging er mit dervereinigten Flotte nach Karien. Ein Theil der Städte dieser Provinz wurdevon den darin stehenden persischen Garnisonen gesäubert, die andernergaben sich. Das griechische Heer ging nach Pamphylien, belagertePhaseiis und nahm es nach hartnäckiger Verteidigung. Während dessensammelte sich im Fluss Eurymedon und an seinen Ufern — in Pamphy-lien — zu Deckung und Schutz der persischen Besitzungen eine persi-sche Flotte und ein Landheer. Cimon beschloss den Hauptangriff zurSee zu machen und die Perser zur Seeschlacht zu zwingen. Er nahm denbedeutendsten Theil seines Landheeres mit auf die Flotte und fuhr zumEurymedon. Die persische Flotte, welche auf das Herankommen derphönizischen Escadre von der phönizischen Küste her wartete, gingaus dem Eurymedon derselben ins offene Meer entgegen, wurde aber vonder griechischen Flotte in den Fluss zurückgedrängt. Die Truppen undRuderer auf derselben flohen in das Lager des persischen Landheeres;die von ihnen verlassenen Schiffe wurden theils versenkt, grösstentheilsvon den Griechen fortgenommen (nicht weniger als 200 Triremen). Kurznachdem Cimon gelandet war, griff er das persische Landheer an underfocht nach langem blutigem Kampfe an den Ufern des Eurymedon einenentscheidenden Sieg, nahm das Perserlager und die reiche Beute darinin Besitz und erschlug einen grossen Theil der feindlichen Krieger,deren Reste auseindergesprengt wurden. Nun eilte Cimon mit seinenbesten Triremen nach Cypern, vernichtete dort einen Theil des phönizi-