7. Der erste griechisch-persische Krieg. 189
sehen Geschwaders, das unterwegs war, um sich mit der persischen Flottezu vereinigen, und nahm den andern Theil gefangen. Diese drei ent-scheidenden Schläge, welche Cimon so dicht nach einander und mit solchaussergewöhnlicher Schnelligkeit, Kraft und Geschicklichkeit den Persern,beibrachte, vernichteten ihre Seemacht, beraubten sie der Herrschaftzur See und zwangen sie selbst auf dem Lande lediglich in die Defensive.Indessen wagten die Griechen noch nicht, einen Angriffskrieg in dasInnere des persischen Reiches zu unternehmen; dafür erlangten sie aberdie unbestrittene Herrschaft auf dem Meere, über die westlichen undsüdlichen Ufer Kleinasiens, in Thracien, und an dessen Küste vonByzanz bis zum Fluss Strymon. So hörte der Krieg für einige Zeit vonselbst auf. Später, zur Zeit als Cimon verbannt, als in Athen die obersteGewalt in die Hände des Perikles übergegangen war (461—458), unter-stützten die Athener in Aegypten den Aufstand des Inarus gegen diePerser, aber unglücklich. Cimon, aus der Verbannung zurückgerufen;453 ; , stellte durch Abschluss eines fünfjährigen Waffenstillstands denFrieden zwischen den Griechen wieder her (450), schickte 60 Dreiruderernach Aegypten zur Unterstützung des Aufstandes desselben, und gingselbst mit 140 Dreiruderern nach Cypern. Nachdem er Citium und vieleandere Städte auf dieser Insel unterworfen hatte, schlug er nahe amUfer eine von den Persern neu aufgestellte Flotte, nahm ungefähr 100Dreiruderer derselben fort, verfolgte den Rest bis an die Ufer Ciliciens,wo der Feldherr Megabazus mit einem persischen Landheer stand, undschlug nach vollbrachter Landung auch dieses aufs Haupt (449).
Hiernach erlosch der Krieg wieder von selbst und wurde nicht wie-der erneuert. Die Macht der Perser war so erschüttert, theils durch diefortwährende Concentration ihrer Streitkräfte in der entferntesten west-lichsten Provinz des persischen Reiches, Kleinasieu, theils durch denfünfmaligen Verlust ihrer Flotten und Armeen, dass die Perser nicht imStande waren, den Krieg fortzusetzen. Sie dachten fortan nur an die Ab-wehr der ihnen von den Griechen drohenden Gefahren und nahmen nunzu jener listigen Politik ihre Zuflucht, welche sie von jetzt an bis zumgänzlichen Verfall ihres Königreichs befolgten, — sie suchten nämlichin Griechenland Zwietracht und Feindschaft zu nähren , Griechen gegenGriechen aufzureizen, und unterstützten dann die Einen gegen dieAndern.