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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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7. Der erste griechisch-persische Krieg. \ 83

zurück. Als Mardonius auch am zehnten Tage sah, dass die Griechennicht über den Asopus gingen, sich während dessen aber immer nochverstärkten, dass alle seine Bemühungen, sie zur Schlacht zu reizen, ver-geblich waren, und dass längere Unthätigkeit gegenüber diesem äusserstschwachen Feinde in seinem Heere Missvergnügen erregte, beschloss erfür den folgenden (elften) Tag den Uebergang über den Asopus und denAngriff auf die Griechen.

Diese, durch den macedonischen König Alexander hiervon heimlichbenachrichtigt, beschlossen nach des Pausanias Rath, dass, die Athener,welche die Perser schon bei Marathon bekämpft und besiegt hatten, die-sen gegenüber gestellt werden sollten, auf den rechten Flügel, die Spar-faner aber, welche den Böotiern und den übrigen mit den Persern ver-bündeten Griechen im Kampfe überlegen waren, auf den linken Flügeldiesen gegenüber. Diese Veränderung wurde mit Tagesanbruch vorge-nommen. Mardonius aber bemerkte dies und führte nun seinerseits so-fort die Perser auf seinen rechten und die Griechen auf den linken Flügel.Dies nöthigte Pausanias, nun wiederum die Athener auf den linken unddie Spartaner auf den rechten Flügel zu stellen, in Folge dessen auchMardonius wieder, wie zuerst, die Perser nach dem linken, die Griechennach dem rechten Flügel schickte. Auf diese Weise änderten in beidenHeeren beide Flügel zweimal ihre Stellung und standen schliesslich wiederganz wie zu Anfang. Mit diesen Bewegungen war aber der ganze Morgenhingegangen und statt des allgemeinen Angriffs auf die Griechen be-schränkte sich nun Mardonius darauf, dass er wieder nur Abtheilungenan den Asopus und an die Quelle Gargaphia schickte, die nahe demgriechischen rechten Flügel war, in den Kücken der Griechen gegen ihreVerbindungen aber seine ganze Keiterei entsandte. Durch die zahllosenGeschosse und Pfeile des Feindes in Unordnung gebracht und viel ver-lierend, des Wassers beraubt, da die Perser die gargaphische Quelle ver-schüttet hatten, und in äusserster Noth um Lebensmittel, deren Trans-porte von den Persern abgeschnitten waren, beschlossen die Griechen inder folgenden Nacht (vom elften auf den zwölften Tag, oder, wie manberechnet hat, vom 24. auf den 25. September) in der zweiten Nacht-wache (von 9 bis 12 Uhr) nach Platäa zu gehen und sich nahe dieserStadt auf der sogenannten Insel aufzustellen (einem, auf eine Breiten-ausdehnung von etwas mehr als '/ 2 Werst=720 Schritt, von den zwei Armendes Flusses Oeroe, der aus dem Ausläufer des Cithäron dem Asopus zu-fiiesst, umschlossenen Räume). Dieser Ort bot den Vortheil, dass er Ueber-fluss an Wasser hatte und das griechische Heer vor Angriffen der persi-schen Reiterei sicherte. Es ward beschlossen, bei der Ankunft dort so-gleich die Hälfte des Heeres in die Berge zu schicken, um Saumthiere mitLebensmitteln von dort herbei zu holen, welche bis jetzt von den Persern