182 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis'zum Tode Alexanders d. Gr.
thcils am Abhang und Fnss des Cithäron auf. theils im Thal, in fol-gender Ordnung: 1) auf dem rechten Flügel die Spartaner, weilihnen das Recht des Oberbefehls zustand: es waren hier 5000 Spartiaten-und 5000 Lacedämonier-Periöken- Hopliten mit 40,000 Psiloi, unterPausanias' persönlicher Führung: 2 auf dem linken Flügel, als demzweitwichtigsten Platz, die Athener 8000 Hopliten und 8000 Psiloi)unter ihrem Feldherren Aristides ; und 3' im Centrum 20,700 Hopliten undcirca 23,300 Psiloi aus dem Peloponnes und den verschiedenen Städtendes griechischen Bundes. Die ganze griechische Armee war 110,000Mann stark, davon 38,700 Mann schweres und 71.300 Mann leichtesFussvolk. Reiterei hatten die Griechen gar nicht.
Mardonius folgte ihnen auf dem linken Ufer des Asopus stromauf undstellte dort sein Heer ihnen gegenüber in folgender Ordnung: 1) aufdem linken Flügel, den Sparria ten und Lacedämoniern gegenüberall« persischen Truppen, 2' im Centrum den Peloponnesiern und übri-gen griechischen Truppen gegenüber die Meder. Baktrier. Indier undSaker. und endlich 3 1 auf dem rechten Flügel den Athenern ent-gegen die Böotier und die übrigen griechischen und macedonischen Hülfs-truppen. Hinter der ersten Linie befanden sich ausserdem die thracischen.kleinasiatischen und ägyptischen Truppen. Nach Herodot hatte Mardo-nius im Ganzen an asiatischen und afrikanischen Truppen 300.000Mann,an thracischen. macedonischen und griechischen Hülfstruppen etwa50.000 Mann. Es ist aber anzunehmen, dass die asiatischen und afrika-nischen mehr oder minder durch den Abgang in den letzten 8 Monatengeschwächt, also nicht 300,000 Mann stark waren.
Sobald beide Heere einander gegenüber standen, wurden in beidenbeim Mardonius durch die verbündeten Griechen) die Opfer dargebrachtund die Thiercingeweide beschaut. und auf beiden Seiten für die Ver-theidigung günstiger befunden, als für den Angriff. In Folge davon Mie-den sie Beide sich gegenüber 10 Tage lang stehen, Jedes den Angriff desAnderen erwartend. Mardonius beharrte in diesem Abwarten nur, weilihn die Böotier überredeten : er selbst wünschte ungeduldig eine Schlacht.Um einerseits nicht vollkommen unthätig zu bleiben, andererseits dieGriechen zu beunruhigen und zu schwächen und den in ihrem Rückendurch die Berge zu ihnen stossenden Zuzug an Verstärkungen und Le-bensmitteln zu stören, Hess er unaufhörlich Abtheilungen bis dicht anden Asopus rücken und das griechische Heer mit Pfeilen beschiessen. inder neunten Nacht aber entsendete er eine starke Reiterabtheilung, umdie hinter den Griechen liegenden Pässe durch den Cithäron nach Platäawegzunehmen. Diese Abtheilung nahm einen Transport von 500 Saum-thieren mit Proviant für das griechische Lager, machte die Bedeckungnieder und kehrte mit der gemachten Beute zum Lager des Mardonius