7. Der erste griechisch-persische Krieg. J81
an der Grenze des Bezirks von Platäa und an der Hauptstrasse von Pla-täa nach Theben, in einem weiten befestigten Lager. In dieser Aufstellungwar er in der Front durch den Asopus und Befestigungen gedeckt und innicht weiter Entfernung hatte er hinter sich Theben.
Die spartanischen und lacedämonischen Truppen hatten sich inzwi-schen mit den peloponnesischen auf der Landenge von Korinth vereinigtund waren bei Eleusis in Attika mit den athenischen zusammengestossen(8000 Hopliten und ebensoviel Psiloi unter Aristides). Die Opferzeichenin den Eingeweiden der Thiere waren für die Griechen vollkommen gün-stig (was allemal den festen Entschluss des Führers bewies), und muthigrückte nun das vereinte Heer der 24 griechischen Staaten und Städte,II 0.000 Mann stark, an den oberen Asopus und bezog den Persern gegen-über auf dem rechten Ufer am Fuss des Cithäron ein Lager. Hier hattensie allerdings vor sich weite, für das Gefecht der griechischen schwerenInfanterie günstige Ebenen, aber um dahin zu gelangen, mussten sie erstAngesichts der Perser den Asopus überschreiten; in ihrem Kücken warenBerge und Schluchten. Dieses stärkste Heer, das die Griechen jemalsaufgestellt haben, war dennoch dreiundeinhalbmal schwächer als das per-sische. Themistokles hatte keinenEinfluss mehr auf die Leitung der mili-tärischen Dinge, Pausanias aber war zwar ein fähiger, aber noch uner-fahrener Führer. Die Chancen standen also auf Seiten der Perser günstigerals auf der der Griechen.
Mardonius hatte den Griechen absichtlich gestattet, ungestört ausden Bergen heraus zu kommen, da er beabsichtigte, sie über den Asopusin die Ebenen zu locken, wo er hoffte, sie mit seiner Cavallerie leichtzu überwältigen. Pausanius seinerseits wünschte, dass die Perser denAsopus überschritten und das griechische Heer in der günstigen Defen-sivstellung angriffen. Nachdem Mardonius nun also den Angriff derGriechen vergeblich erwartet hatte, schickte er seine gesammte Keitereigegen sie unter Anführung ihres Obersten Masistius. Es entspann sichein Gefecht zwischen einem Theil des griechischen Heeres und dieserpersischen Cavallerie, in welchem Masistius fiel und seine Keiterei mitgrossem Verlust geschlagen wurde, was die Griechen ausserordentlichermuthigte, bei den Persern aber Muthlosigkeit und Verzagtheit ver-breitete.
Bald darauf führten die griechischen Feldherren ihr Heer an eineandere Stelle, auch auf dem rechten Asopusufer, aber näher an Platäaheran. Dieser Platz wurde als vortheilhafter erkannt und zwar deshalb,weil er nahe einer Quelle Gargaphia lag, aus welcher das Heer unge-stört und im Ueberfluss Wasser haben konnte; in der früheren Stellunghatte das persische Heer den Griechen die Annäherung an den Asopusnicht erlaubt. An diesem neuen Orte stellte sich das griechische Heer