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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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178 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

feindlichen Kräften bedroht, entwickelten die Athener, geleitet und an-gefeuert von Themistokles und dem würdigen Sohne des Miltiades, Cimon,in dieser äusserst schwierigen Lage ihren echten Heldenmuth und ihreganze Grösse. Ihre standhaften Führer schickten alle Weiber und Kindermit Hab und Gut nach Salamis, auf die anderen Inseln und in den Pelo-ponnes, die ganze männliche Bevölkerung ging auf die Flotte, und Nichtsv wurde daneben versäumt, was zur Beruhigung und Aufmunterung desVolkes dienen konnte, wobei namentlich dessen Aberglaube sehr ver-werthet wurde.

Jetzt lag alle Hoffnung auf die Rettung Griechenlands in der grie-chischen, bei Salamis liegenden Flotte. Ein entscheidender Seesieg derGriechen oder der Perser und Griechenland konnte gerettet oder unter-jocht sein. Indessen ergriff der in Korinth versammelte Eath des griechi-schen Bundes nur Massregeln zur Vertheidigung des Peloponnes zu Lande,den Anführern der Flotte es überlassend, nach eigenem Ermessen zuhandeln. Die Nachricht von der Einäscherung Thespiäs und Platäasdurch die Perser, der Verheerung von Attika, der Erstürmung der Akro-polis, die durch einige dort zurückgebliebene Diener des Minerven-Tem-pels, arme Leute etc. vertheidigt worden war, und von deren Nieder-machung bis auf den letzten Mann, von der Plünderung und Verbrennung-Athens, und der Anwesenheit der persischen Flotte im Hafen von Athen,verbreitete auf der griechischen Flotte Schrecken und Bestürzung. Ei-nige Schiffsführer wollten sich unverzüglich durch die Flucht retten, dieUebrigen, darunter der oberste Führer Eurybiades, waren Willens, vonSalamis, wo man sehr günstig zur Schlacht gegen die Perser stand, fortund nach der Landenge von Korinth zu gehen, wo diese Vortheile sichnicht fanden, dagegen im Fall der Niederlage nur die Möglichkeit vor-handen war, einen Zufluchtsort im Lager des peloponnesischen Heeres zufinden. Alle Ueberredungskunst des Themistokles, bei Salamis stehen zubleiben, war vergeblich, und noch in der Nacht ward im Kriegsrath derAnführer definitiv beschlossen, entschieden zurückzugehen. Da nahmThemistokles seine Zuflucht zur List: heimlich Hess er den Xerxes wissen,welches die Absicht der Griechen sei, und gab ihm den Rath, ihnen denRückzug abzuschneiden. Xerxes befolgte diesen Rath und zwang dadurchdie Führer der griechischen Flotte, die Schlacht anzunehmen. Am fol-genden Tage (23. Juli 480 v. Chr.)*) kam es in der schmalen Meerengezwischen Salamis und demjenigen Theile der Küste von Attika, wo spä-ter der Piräeus gebaut wurde, zwischen den beiden Flotten (die persischezahlte 1200 1300, die griechische 380 Schiffe von verschiedener Grösse)

*) Nacli Anderen : Anfang September 480, also zehn Jahre und einen Monat später,als die Schlecht bei Marathon. Anm. d. Uebers.