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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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1 74 H. Vom Anfang der griech -pefs: Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

So stand das ganze Land bis zu den Grenzen des mittleren odereigentlichen Griechenlands vollkommen den Persern offen. Um so besseraber konnten die Kräfte und Vertheidigungsmassregeln der Griechenconcentrirt werden, um so zweckmässiger konnte ihre Flotte das Land-lieer unterstützen. Die hohen schwer zugänglichen Gebirge in diesemTheil Griechenlands nebst dem daran grenzenden Meere, das mit Inselnund Vorgebirgen wie besäet war, begünstigten die Vertheidigung imhohen Maasse. Besonders günstig waren in dieser Hinsicht: der Weglängs dem Ufer aus Süd - Thessalien nach Lokris, Böotien und Attika,zwischen dem Bergrücken des Oeta und dem Meere, und die schmaleMeerenge Euripus. Hier ganz besonders musste der Einfall der Persererwartet werden, denn ein Marsch derselben über das Oetagebirge, mehrnach Westen zu, war anmöglich, oder wenigstens höchst beschwerlich,da es an Bergpässen und Wegen fehlte, welche für Truppenmärsche ge-eignet waren. und ausserdem hätten sich die Perser dadurch vom Meereentfernt und der Mitwirkung ihrer Flotte beraubt. Auf diesem Uferwegebefand sich nur ein Engpass, auf der Grenze zwischen Thessalien undLokris, vom Oeta und Meer an der Stelle gebildet, wo dieses Gebirge zumMeere abfällt. In der Urzeit hatten die südlich des Gebirges wohnendenPhocier, um sich gegen die räuberischen Einfälle der Thessalier zusichern, da, wo dieser Pass nur sieben Faden") (ca. 48') breit ist, querdurch denselben eine Mauer oder einen Wall gezogen und den Raumnördlich vor diesem Wall mit Hülfe warmer Quellen überschwemmt,welche an dieser Stelle aus den Gebirgsschluchten des Oeta abfliessen.Der Ort heisst hiernach die Thermopylen, d. h. das Thor derwarmenQuellen. Ein wenig nördlich und südlich von diesen wannenQuellen trat der Berg so nahe ans Meer heran , dass kaum Kaum übrig-blieb, um mit einem Wagen durchzufahren. In einem solchen Engpassvermochte eine Hand voll Streiter den zahlreichsten Feind aufzuhalten. Eswar dabei noch ein zweiter erheblicher Vortheil. Nahebei in einer engenBucht befand sich eine sichere Rhede, in welcher die griechische Flotte eineSchlacht mit den Persern vorth eilhaft eingehen konnte, indem sie dabeiimmer einen sichern Rückzug behielt. Dies Alles zusammen war derGrund, dass die Griechen beschlossen, die Thermopylen mit der nöthigenTruppenzahl zu besetzen, die Flotte aber in die nahe gelegene Bucht zuschicken. Zwischen den Verbündeten herrschte aber so wenig Eintracht,Einverständniss und Eifer für das allgemeine Beste, dass diese Mass-regel nicht ganz und pünktlich zur Ausführung kam. GegenseitigerNeid und Feindschaft der griechischen Staaten, und der allgemeineSchrecken, den die Perser über sie brachten, veranlasste sie, unter ver-

*) 1 Faden = 6,8 Fuss = 2,134 Meter. Anm. d. Uebers.