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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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7. Der erste griechisch-persische Krieg. \ 73

bis sie an die Grenzen Griechenlands gekommen waren, musste schonein grosser Theil Hungers gestorben sein. Dem sei indessen wje ihmwolle, das unterliegt keinem Zweifel, dass das Heer des Xerxes aus-serordentlich zahlreich war, und dass diese grosse Anzahl, inihrer verschiedenartigen Zusammensetzung und dem Mangel jeglicherEinheit und Ordnung in ihrer Organisation, den Persern nicht alleindie Eroberung Griechenlands nicht erleichtern kounte, sondern ihreAction und speciell ihre Verpflegung aufs Aeusserste erschweren musste.Denn Heer und Flotte mussten beständig in Verbindung mit einandersein und deshalb stets längs der Meeresküste sich bewegen und operiren,die Flotte ausserdem noch den Unterhalt der Landarmee durch Trans-porte aus Asien her sicher stellen. Demgemäss zog also eine Besiegungder persischen Flotte durch die Griechen, oder ihre Vernichtung und Zer-streuung durch Stürme etc. unvermeidlich entweder die Entfernung desLandheeres aus Griechenland, oder dessen Untergang in Griechenlandnach sich. Man gewinnt hieraus leicht die Ueberzeugung, welchenhohen Werth der Actionsplan hatte, den Themistokles den Athenern vor-legte und auszuführen sie überredete.

Von Doriskus zogen Heer und Flotte der Perser nach Akanthus inMacedonien. Das Heer war in drei Theile getheilt: der linke ging längsder Küste, von der Flotte begleitet, der rechte durch das innere Land,der mittlere, bei dem Xerxes sich befand, zwischen beiden. Von Akan-thus rückte das Heer direct auf Therma in Macedonien, die Flotte dirigirtesich eben dahin, um das Vorgebirge Athos herum, oder, wie die griechischenSchriftsteller versichern, durch den dort gegrabenen Canal. Bei ihrerAnkunft in Therma lagerten Heer und Flotte eine Zeit lang am Ufer desMeeres zwischen Therma und dem Fluss Haliakmon an der GrenzeThessaliens.

Diese erste am Wege der Perser gelegene griechische Landschaft,vor allen übrigen zuerst ihrem Einfall ausgesetzt, wäre am liebsten demgriechischen Bunde beigetreten. Auf die überzeugenden Bitten ihrerEinwohner wurden 10,000 Mann schweren Fussvolks der verbündetenGriechen, noch vor Ankunft der Perser in Therma, nach Thessalien ent-sandt und stellten sich mit der thessalischen Reiterei zusammen im ThalTempe auf, zwischen Olymp und Ossa, an dem Hauptpass von Unter-Macedonien nach Thessalien. Aber der macedonische König Alexanderbenachrichtigte den Führer dieser Abtheilung insgeheim, dass Xerxesauf einem andern Wege aus Unter-Macedonien nach Thessalien einzu-rücken beabsichtige, und rieth ihnen, bei Zeiten abzuziehen. Sie be-folgten diesen Rath; kaum aber hatten sie sich entfernt, als diejenigenThessalier, welche den Persern ergeben waren, entschieden die Ober-hand erlangten und Thessalien sich dem Xerxes unterwarf.