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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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172 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.

Einfluss des Themistokles zum Widerstand aufgereizt. Er, der Gründerihrer Seemacht, bewog sie, alle ihre Hoffnung auf die Flotte zu setzen,ihre Rettung von einem Siege zur See zu erwarten, und dem zufolge denSchutz der Republik der Flotte anzuvertrauen, die Zahl der Seeschiffemöglichst zu vermehren, und dann mit denjenigen Griechen, welchesich mit den Athenern vereinigen wollten, gemeinschaftlich eine ent-scheidende Schlacht zur See gegen die Perser zu wagen.

Als die persischen Herolde erschienen, brachte endlich die Nähe derGefahr und das Beispiel Athens die Griechen zur Besinnung. Mit Aus-nahme einiger kleinen Staaten, die sich beeilten. den Persern sich zuunterwerfen, und einiger andrer, welche ihre Mitwirkung nicht ver-sprechen ^konnten oder wollten, waren fast alle übrigen damit einver-standen, ihre Feindseligkeiten unter einander abzustellen und ein Bünd-niss gegen den gemeinschaftlichen Feind abzuschliessen. Die Dele-girten derselben hielten eine Berathung in Korinth, und währenddessen wurden Kundschafter nach Sardes geschickt. Die Perser griffendiese Kundschafter auf und wollten sie tödten; Xerxes aber, im Ver-trauen wohl auf seine Ungeheuern Streitkräfte und Hülfsmittel, und über-zeugt davon, dass die Griechen ihm nicht würden widerstehen können,schenkte ihnen nicht allein das Leben, sondern befahl ihnen Alles zuzeigen, was sie zu sehen nöthig hätten , und sie dann nach Griechenlandzu entlassen.

Endlich im Frühjahr 480 zog das persische Heer zu den Brückenüber den Hellespont und rückte in| sieben Tagen und sieben Nächten inununterbrochenem Zuge darüber, bis nach Doriskus in Thracien, das amMeeresufer liegt, und wohin auch die Flotte sich begab. Bei Doriskus hieltXerxes Heerschau über Landheer und Flotte, wobei, nach Herodot's Erzäh-lung, gezählt wurden: 1) beimLandheer 1,700,000 Mann bewaffnetesund kampffähiges Fussvolk, 80,000 Mann Reiterei, und 20,000 Mann Ara-berauf Kameelen und Afrikaner auf Streitwagen, im Ganzen 1,800,000Mann; 2) bei der Flotte 1207 Dreiruderer mit mehr als 241,400Ruderern und 36,210 persischen und medischen Kriegern, eine grosseZahl (nach Herodot's annähernder Schätzung 8000) andrer, grosser,kleiner und Transportschiffe, mit ungefähr 240,000 Mann darauf; 3) imGanzen auf der Flotte 517,610Mann, und beim Landheere ca. 2,317,610'Mann, ungerechnet eine Menge andrer beim Heere, den Fahrzeugen etc.befindlicher Menschen. Die Unmöglichkeit, eine so unglaublich grosseZahl von Menschen, die sich, nach Herodot's Versicherung, in der Folgenoch wesentlich erhöhte (s. S. 175). auch nur für eine kurze Zeit zu ver-pflegen, erregt Zweifel an der Richtigkeit dieser Zahlen und lässt sie alsprahlende und renommistische Uebertreibungen der Griechen erscheinen.Xerxes konnte zwei, ja fünf Millionen Krieger zusammenbringen; aber