7. Der erste griechisch-persische Krieg. 159
Griechen bot, und ^der Nachtheile, die es für die Perser hatte, verlegteMiltiades seinen Hauptstöss gegen die Perser in seine Flügel und wolltemit dem Centrum sie nur beschäftigen. Deshalb verstärkte er seineFlügel erheblich, placirte sie dicht an die kleinen Gehölze an beidenFlussufern und sicherte sie durch Verhaue gegen Umgehungen durch diepersische Eeiterei.
Datis sah wohl ein, dass das Terain für die Action des persischenHeeres eng und ungünstig sei; im Vertrauen aber auf seine Uebermachtbesclüoss er die Griechen anzugreifen, — sie kamen ihm aber zuvor.Miltiades, dessen Truppen vor Ungeduld brannten, sich mit den Persernzu schlagen, beschloss hiervon Nutzen zu ziehen und rückte nun, statt,wie er erst wollte, sich stehenden Fusses zu vertheidigen, sofort mitseinem Heere gegen den Feind vor. Im Sturmlauf, aber geschlossen undin Ordnung, stürzten sie die Anhöhen hinab, durcheilten schnell denKaum, der sie von den Persern trennte, und warfen sich mit Ungestümauf diese. Anfangs erstaunt über diesen kühnen und unerwarteten An-griff, entdeckten die Perser doch bald die Schwäche des griechischenCentrums und warfen diesem ihr schweres Fussvolk und ihre bestenTruppen entgegen. Hart von diesen bedrängt, hielt das griechische Cen-trum nur mit Mühe Stand und wurde, nach Herodot, sogar durchbrochenund verfolgt. Aber die beiden griechischen Flügel hatten unterdessen,nach hartnäckigem Kampfe, die persischen Flügel geworfen, welche ausder leichten Infanterie und der Reiterei bestanden. Der linke persischeFlügel wandte sich zur Flucht und wurde zersj)rengt, der rechte wurdein den Sumpf gedrängt, wo viele Perser umkamen. Von der weiterenVerfolgung abstehend, eilten die beiden griechischen Flügel nun zurückund ihrem Centrum zuHülfe und brachten nun endlich mit diesem zu-sammen auch das persische Centrum zum Weichen. Das ganze persischeHeer floh in Unordnung dem Meere zu und rettete sich auf seine Schilfe,von denen ein grosser Theil aufs Ufer gezogen war. Die Griechen folg-ten den Fliehenden auf den Fersen und brachten ihnen in der Schlacht,bei der Verfolgung und am Strande einen Verlust bei, der von Herodotauf 6400 Mann angegeben wird; sie selbst verloren nur 192 Mann.Ausserdem nahmen sie sieben Schilfe weg und verbrannten oder ver-senkten deren noch mehrere.
Am folgenden Tage erschien ein Heer von 21,000 spartanischenKriegern bei Marathon. Von Sparta gleich mit Eintritt des Vollmondsaufbrechend, hatten sie 1200 Stadien (ca. 210 Werst, fast 30 Meilen) vonSparta bis Athen auf sehr gebirgigem Wege mit solcher Geschwindigkeitgemacht, dass sie schon nach dreimal 24 Stunden in Athen waren! Dasie am Gefecht nicht mehr Theil nehmen konnten, kehrten sie nachSparta zurück.