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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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168 II. Vom Anfang der grrech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.

dann unvermeidlich unter ihnen Zwiespalt und Streitigkeiten ausbrechenund politische Parteien sich bilden würden, von denen die eine, um überdie andere zu triumphiren, nicht lange zögern würde, mit den Persernin Unterhandlung zu treten und dadurch Athen, ja ganz Griechenlandins Verderben zu stürzen; dass aber, wenn die Athener sich unverweiltfür Annahme der Schlacht im offenen Felde entschieden, sie den schäd-lichen Folgen der Misshelligkeiten und Zwistigkeiten vorbeugen würdenund alle Hoffnung auf den Sieg hätten. Durch diese Argumente über-zeugt, gab Kallimachus seine Stimme für die Schlacht ab, und vonden neun Mitfeldherren des Miltiades traten fünf (darunter Aristidesund Themistokles) den Oberbefehl, der täglich der Reihe nach an sie kam,dem Miltiades ab. So wurde die schädliche Vielheit im Oberbefehl überdie Truppen in eine einheitliche Leitung verwandelt, was um so heil-bringender ward, als der Befehl so in die Hand des hochverdientenund vollkommen geeigneten Miltiades kam.

Als dieser erkannte, dass die Perser ihre Landung bei Marathon be-werkstelligen wollten, marschirte er sogleich dorthin und zwar so rasch,dass er kurz nach ihrer Landung dort eintraf. Unter seinem Befehlstanden 9000 athenische und 1000 platäische Hopliten, eine kleine ZahlPsiloi und fast gar keine Reiterei. Die Perser waren, nach Angabe desCornelius Nepos 100,000 Mann Fussvolk und 10,000 Mann Reiterei,nach Plutarch 500,000 Mann, nach Trogus Pompejus sogar 600,000Krieger; die glaubhafteste von diesen Angaben scheint die des Nepos,denn mehr als 100,000 Mann hätten die Perser wohl kaum auf ihrerFlotte transportiren können. In jedem Falle stellt aber das fest, dass diePerser mehr Fussvolk als Reiterei hatten, mehr leichtes als schweresFussvolk, und gar keine Streitwagen.

Das jTerrain bei Marathon bildet eine kleine Ebene, vom Meeres-ufer leicht zu den Höhen ansteigend, welche sie gegen Westen hin ab-schliesseu. Zwei Flüsschen, deren Betten diese Höhen in drei Theiletheilen, fliessen durch die Ebene dem Meere zu, sich allmälig von ein-ander entfernend, und bilden nahe dem Strande Moräste, in dieser Weise,die Ebene nach Nord und Süd abgrenzend. Zwischen den westlichenHöhenzügen hindurch führte die Strasse von Athen nach Marathon. andeniFusse dieser Erhebungen längs dem nördlicheren Flüsschen laufend.

In dieser kleinen schmalen Ebene hatten die Perser ihr Lager amMeeresstrande aufgeschlagen, den Rücken gegen das Meer, zwischen denbeiden Sümpfen. Miltiades stellte sich an den westlichen Höhen zwischenbeiden Flüsschen auf, etwa 8 Stadien (ca. 1 >/ 2 Werst) von den Persernentfernt. Die Athener standen auf dem rechten Flügel, den Kallimachusführte, auf dem linken die Platäer, im Centrum befehligten Aristides undThemistokles. In Erwägung der Vortheile, welche das Terrain den