Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
Seite
159
Einzelbild herunterladen
 

fl. Die Griechen. J 59

Agesilaus 3000 Mann derselben in Asien. Die spartanischen Helotenwurden nur in besonders wichtigen Fällen oder bei dringender Gefahrbewaffnet, wie z. B. einige Male während des peloponnesischen Krieges,vor der »Schlacht bei Mantinea etc.

Die Könige führten, wie früher, die Truppen. Die Ephoren abermassten sich solche Gewalt an, dass sie von den Königen Rechenschaftüber ihre Handlungen forderten, sie vom Oberbefehl absetzten und siein totaler Abhängigkeit von sich erhielten. Hierdurch war aber diefrühere Einheit in der Führung der spartanischen Heere fast vollkommenaufgehoben. Die Könige und die bei ihnen befindlichen Personen wur-den vom Staate beköstigt; die Truppen sorgten für ihren Unterhalt selbst.Löhnung wurde nur den Heloten gezahlt, wenn sie bewaffnet wurden,und den Miethstruppcn.

Bis zum Ende des peloponnesischen Krieges waren die Spartanersehr massvoll gewesen mit militärischen Belohnungen (die übrigens denender übrigen griechischen Völker ganz ähnlich waren), und die militärischeDisciplin wurde mit der äussersten Strenge der militärischen Gesetzeaufrecht erhalten. So wurden Befehlshaber, welche sich gefangen gaben,wenn noch irgendwie Hülfe zu hoffen gewesen, Deserteure , Spartaner,welche gegen ihr Vaterland fochten, Verräther u. s. w. mit dem Todebestraft. Solche, die sich der Einstellung zum Militärdienst entzogen,Feiglinge, die aus dem Gefechte Fliehenden, die ihre Waffen, beson-ders den eigenen Schild, im Stich Hessen, Meineidige etc.. wurdender Ehren und Rechte des Bürgers verlustig erklärt, den grösstenBeschimpfungen unterworfen (man steckte sie in Sklavenkleidung undrasirte ihnen den halben Kopf und den halben Bart ab), die Körper aberder auf der Flucht vor dem Feinde Erschlagenen und der Deserteureblieben unbeerdigt etc. Nach dem peloponnesischen Kriege Hess diemilitärische Disciplin nach, der kriegerische Geist verfiel, und die Re-gierung sah sich schon nicht selten genöthigt, zu verschiedenen Artenvon Aufmunterungsmassregeln zu greifen, um die Krieger zu hervor-ragenden Thaten, ja selbst nur zur Erfüllung ihrer Pflicht anzuregen.

§.45.Organisation des spartanischen Heeres.Zu dem oben (4. Kapitel, §'. 26 Gesagten über Zusammensetzung,Stärke und Eintheilung des spartanischen Heeres ist noch das Folgendehinzuzufügen:

Die Bürger von Sparta bildeten das schwere Fussvolk. Jede derfünf Klassen stellte, nach Bedarf und Umständen, eine, zwei, drei undmehr Moren oder Regimenter, deren Stärke 500 bis 1000 Mann und da-rüber betrug. Jeder Hoplit hatte wieder einen oder mehrere Psiloi unter