1 58 II. Vom Anfang der griecb.-pevs; Kriege bis zum Tode Alexandras d. Gr.
eines Landtreffens am Ufer, oder eines Seetreffens nahe dem Ufer, siegleich zur Stelle, und die beiderseitigen Truppen unterstützten sich undwirkten zusammen, vorzugsweise mit Hülfe der Wurfgeschosse. Endlichim Fall der Einschliessung und Belagerung von Seestädten schiffte dieFlotte ihre Truppen aus, schloss die Stadt von der Seeseite ein, und dieTruppen, von der Lanclseite aus die Stadt einschliessend, schritten zurBelagerung, und beide unterstützten sich wieder gegenseitig, wie in denGefechten nahe am Ufer.
ILDer spartanische Staat.
§• 44.Seine militärische Organisation und Einrichtungen.
Die militärische Organisation und Einrichtungen, weleheLykurg demspartanischen Staate gegeben hatte, waren bis zur Zeit des peloponnesi-schen Krieges mit allen ihren Mängeln und Vorzügen ganz unverändertdieselben geblieben. Als aber die Feindschaft und Rivalität zwischenSparta und Athen den ersteren Staat antrieben, nach Erweiterung seinesGebietes und Erlangung der Herrschaft zur See zu streben, die Zertrüm-merung der athenischenPräponderanz über Griechenland, und statt dieserdie Gewinnung derselben durch Sparta selbst herbei zu führen, und als da-durch die Aufstellung eines starken Heeres und einer Flotte erforderlichund die Disposition über reiche Geldmittel unbedingt nothwendig wurde,da änderte sich Alles. Das Eindringen von Reichthum, Luxus, Habsuchtund Sittenverderbniss in das bis dahin so arme und rauhe Sparta ver-drängte die früheren bürgerlichen und kriegerischen Tugenden und mitihnen den Geist der lykurgischen Verordnungen, so dass sich selbst dieFormen der letzteren sehr änderten. Die spartanischen Armeen wurdenzusammengesetzt aus den Bürgern Spartas, — den Periöken oder Ein-wohnern Lakoniens, — den Neodamoden oder Freigelassenen, — denHeloten, — den Hüifstruppen der Verbündeten und Tributpflichtigen, —und aus Miethstruppcn. Die Bürger Spartas bildeten den Kern der Ar-mee. Die gesammte freie Bevölkerung Lakoniens war in fünf Klassengetheilt; besondere Listen, die jede Klasse führte, wiesen alle ihre freienMänner von 20—60 Jahren nach. Trat Krieg ein, so riefen die Ephorendas Volk zu den Waffen und ordneten an, welche der Klassen die Waf-fen ergreifen und in den Krieg ziehen sollte, oder sie beriefen allinälig,wenn nöthig, die Bürger jedes Alters ein. So führte Kleombrotus zurSchlacht bei Leuktra nur Bürger von 20 bis zu 35 Jahren, nach dieserSchlacht aber wurden die vom 35. bis 40. Jahre einberufen. Die Zahlder Neodamoden im Heere war bisweilen bedeutend. So z. B. hatte