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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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6. Die Griechen. 157

mehr. Ausser den Ruderern waren auf jedem Kriegsschiffe noch einegrössere oder kleinere Anzahl von Hopliten und Psiloi vorhanden (aufden Triremen je 40, mitunter viel mehr, auf jedem).

Die Seeschlachten verliefen, wie aus dem Gesagten schon hervor-geht, stets in der Nähe der Ufer; da ausserdem die griechischen Kriegs-schiffe ziemlich leicht waren und im Gefecht nur durch die Ruder bewegtwurden, so konnten sie auch dicht zusammenschliessen und fürchtetenselbst enge Durchlässe nicht, und ihre Manövrirfiihigkeit gestatteteihnen auch auf dem schmälsten Räume leicht, bequem und mit Erfolg zukämpfen. In Schlachtordnung standen sie gewöhnlich dicht neben undhinter einander. Ihr Haupt- und erfolgreichstes Manöver im Gefecht warder mit dem Vordertheil oder Schiffsschnabel gegen die Mitte der Seiteeines feindlichen Schiffes gerichtete Stoss. Zu diesem Zwecke war jedesgriechische Kriegsschiff mit einem dicken, starken, zugespitzten kupfer-nen oder eisernen Schnabel versehen, der ähnlich wie ein Vogelschnabelweit über das Vordertheil des Schiffes hervorragte. Wenn der Stoss ge-lang, so war das feindliche Schiff schnell durchbohrt und sank. Wardas aber nicht möglich, so suchte man wenigstens schräg den Stoss zuversetzen, um die Ruder des feindlichen Schiffes zu beschädigen oder zuzerstören. Gelang dies, so war der Feind doch so lange zur Uuthätigkeitverdammt, bis die zerbrochenen oder beschädigten Ruder gegen andereausgewechselt waren, und die dazu erforderliche Zeit gestattete dem An-greifer einen zweiten und entscheidenden Stoss zu führen. Deshalb warenim Seekriege die Ruder von grösster Wichtigkeit, -mit ihnen allein warman im Stande sich nach allen Richtungen hin zu begeben und dem An-griff auszuweichen oder ihn zurückzuschlagen. Themistokles scheint derErste gewesen zu sein, der den ungeheuren Nutzen hiervon für den Seekriegeingesehen hatte. Auch Wurfgeschosse kamen bei dem Kampf zur Seeviel zur Anwendung; aber der Griechen Lieblings-Kampfweise war dasEntern der Schiffe. Dann entstand auf dem Verdecke ein Handgemenge,ganz wie im Landgefecht, worin die Hopliten den Ausschlag gaben. So-wie geentert wurde, griffen auch alle Ruderer des Angreifers zu denWaffen und beteiligten sich am Kampfe.

Aus alledem erhellt, wie leicht und bequem die Actionen der Grie-chen zur See sein konnten, wenn*sie mit denen zu Lande verbundenwaren, und wie sehr sie diesen Letzteren in praktischer Hinsicht glichen.Wurden Landtruppen zu Schiffe-transportirt, so nahmen sie im Fall einesfeindlichen Angriffs zur See an dem Seegefecht den'thätigsten Antheil.Sowie die Nothwendigkeit dazu vorlag, setzte die Flotte sie an das Uferund ging dann in der Nähe vor Anker, gleichsam ein Soutien für dieAction derselben am Ufer, oder ein Zufluchtsort im Fall einer Niederlage.Wenn die Flotte das Heer längs der Küste begleitete, so war, im Fall