I ,")() II. Vom Anfang clor gileeli.-pets". Kriege bis zum Tode Alexanders d. Gr.
Die Beerdigung der in der Schlacht gebliebenen Krieger galt beiden Griechen für eine heilige Pflicht, deren Erfüllung Religion und Ge-rechtigkeit selbst dem Feinde nicht zu versagen gestatteten. Hierzuschlössen sie gewöhnlich nach beendeter Schlacht einen AVaffenstülstand,nicht selten hörten sie sogar mit der Verfolgung des geschlagenen Feindesauf und gaben die Früchte des errungenen Sieges dran, weil sie fürchte-ten sonst den Zorn der Götter und ein strenges Volksurtheil auf sich zuziehen. Diejenige Seite, welche den AVaffenstillstand zur Beerdigung derTodten erbat, erklärte sich dadurch für die besiegte ; diejenige dagegen,welche auf dem Schlachtfelde ungehindert die Siegeszeichen errichtete,wurde als die siegende anerkannt. Die Körper der gefallenen Krieger,oder, wenn sie verbrannt waren, deren Asche wurden in die Heimaths-orte und Städte derselben gesandt und dort mit grosser Feierlichkeit und.allen Ehren zur Erde bestattet.
Die Griechen im Allgemeinen trifft der Vorwurf (nach unserenheutigen Begriffen), dass ihnen eine kaltblütige, man könnte sagen über-legte Grausamkeit in der Behandlung der Besiegten und Gefangenen zurNatur geworden war. Es galt fast als allgemeine Regel, dass die er-wachsenen Männer hingerichtet, die Frauen und Kinder in die Sklavereiabgeführt wurden : bisweilen wurden auch diese Alle ohne Ausnahme ge-tödtet, oder verbrannt, in andre Gegenden versetzt etc.
Zur Zeit des Sittenverfalls bei den Griechen änderten sich auch diehier bezeichneten Sitten und Gebräuche, indem sie theils in Vergessen-heit und Missachtung geriethen, theils aber, noch den alten Aberglaubenbethätigend, den Charakter noch grösserer Grausamkeit und Unmensch-lichkeit annahmen.
§.42.Lagerkunst, Befestigungs- und Belagerungskunst.
Um sich die Mühe und Arbeit kunstreicher Verschanzangen um ihreLager "zu ersparen, zogen die Griechen meist vor, sie nur durch ihre ört-liche Lage zu sichern. Daher haben auch ihre Lager keine bestimmte,feststehende und allgemein übliche Form, sondern sie wurden demTerrain entsprechend sehr verschiedenartig und meist unregelmässig an-gelegt. Wo die Sicherung durch die Oertlichkeit allein nicht ausreichte,oder wenn ein starker feindlicher Angriff zu erwarten war. oder bei Be-sorgnis* eines plötzlichen feindlichen Ueberfalls. verschanzten die Grie-cben ihr Lager kunstgerecht, indem sie es, je nach Umständen, mitmehvoderminder starken Befestigungen von Erde, Holz oder Steinen um-gaben, und zwar bestanden diese in einem Wall mitPallisaden und Grabendavor. In dem Lager waren die Truppen in Zelten untergebracht, — esist unbekannt, in welcher Ordnung, — mag auch, bei der Verschieden-