148 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d. Gr.
eingerichteten Vorrathsmagazinen, durch Verbindung von Land- und See-transport, gewöhnlich mit Hülfe der Flotte. Die Einkäufe und Lieferun-gen geschahen auf dem Handelswege vorzugsweise aus einigen durchFruchtbarkeit und Reichthum bekannten Gegenden und Orten,' so vonder Insel Euböa, aus den Häfen des Pontus Euxinus, Kleinasiens,Aegyptens, Griechenlands, Siciliens etc. Für den Feldzug wurden Vor-räthe an Lebensmitteln für eine kleinere oder grössere Zahl von Tagenmeist hinter den Truppen mitgeführt, auf Saumthieren oder Fuhrwerk,theilweise sogar von den Truppen selbst getragen.
Der kriegerische Geist und die militärische Zucht waren bei denHeeren der verschiedenen griechischen Völker und zu verschiedenen Zei-ten sehr verschieden, denn dies hing ab von dem Charakter und den all-gemeinen Einrichtungen, der Organisation und dem Wesen des Volks,von den Verhältnissen und der Persönlichkeit der Truppenführer etc. ImGanzen aber zeichneten sich, bis zum peloponnesischen Kriege hin, diegriechischen Truppen, wie früher, durch einen vortrefflichen kriegeri-schen Sinn, durch straffe militärische Ordnung, Massigkeit und Gehorsamaus, und auch wie vordem wurde durch kräftige Aufrechthaltung derDisciplin und richtiges Abmessen von Strafen und Belohnungen das rich-tige Ehrgefühl in ihnen lebendig erhalten. Wer sich dem Kriegsdiensteentzog, wer feige in der Schlacht erschien, Flucht und andere militärischeVergehen wurden mit Verlust von Rang und Würde und mit dem Todebestraft; die schwerste Strafe war aber der Schimpf der Ehrloserklärungdes Schuldigen. Ganz ebenso war es mit den Belohnungen: gemeineSoldaten, die sich besonders ausgezeichnet hatten, avancirten im Range,wurden in die höchsten Klassen des Volks eingeschrieben, erhieltenGeschenke an Waffen, besondere Beuteantheile etc. Die Feldherrenaber, die sich durch grosse Siege und hervorragende Thaten ausgezeich-net hatten, wurden vor dem ganzen Volke mit Oliven- «der Lorbeer-kränzen gekrönt, auch mit goldenen Kränzen, man errichtete ihnen Denk-mäler, — öfter noch wurde ihnen der Ehrenantheil an der dein Feindeabgenommenen Beute gegeben (wozu auch Kriegsgefangene und Waffengehörten), und bisweilen wurden sie gleich wieder zu Feldherren gewählt.Die Orte, wo der Sieg errungen war, wurden mit Trophäen bezeichnet(d. h. Waffen, die, dem Feinde abgenommen, auf dem Schlachtfelde anBäumen oder Stangen aufgehängt wurden); später Messen Trophäen Sie-geszeichen, steinerne Säulen mit Inschriften, welche angaben, wann,von wem, und über wen der Sieg erkämpft worden). Als die höchste undschmeichelhafteste Belohnung galt die vom ganzen Volke abgegebeneErklärung der allgemeinen Anerkennung und Dankbarkeit nicht nur füreinzelne Personen, sondern für ganze Truppencorps, ja für ganze Völker,welche sich um das Vaterland verdient gemacht und besondere Auszeich-