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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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6. Die Griechen. 147

oder mit beiden Flügeln brachte sie zuerst den Flanken-An griff mitder Hauptkraft gegen eine Flanke der feindlichen Aufstellung zur An-wendung.

Alle sonst noch vorkommenden Aufstellungen griechischer Heeresind nur theihveise Abänderungen dieser drei Hauptformen, von welchenübrigens bis zu Epaminondas' Zeit fast immer die erste, gewöhnliche,angewendet wurde, selten die zweite.

§.41.Innere Organisation und Geist der Truppen, militärische Ordnung,militärische Sitten und Gebräuche der Griechen.Die Truppenführung bei den Griechen beruhte zu dieser Zeit nochauf den alten Grundlagen (s. Kap. 4, §. 24). Bei den Thebanern warsie auf mehrere Feldherren vertheilt, vier bis elf, welche der Reihe nachabwechselnd die Truppen befehligten, nach Verlauf eines Jahres denBefehl niederzulegen bei Todesstrafe gehalten waren, und B ö o t a rc h e nMessen, weil sie aus den verschiedenen Städten Böotiens gewählt wurden.Bis zur Schlacht bei Platäa dienten die griechischen Truppen, wie früher,ohne Sold; aber nach dieser Schlacht, als die Griechen anfingen, ausser-halb Griechenlands Krieg zu führen, wurde mit der Zahlung von Geldan die Truppen begonnen. Die Athener gingen mit dem Beispiel dazuvoran, die übrigen Völker ahmten es nach. Es scheint, dass in dieserBeziehung Nichts allgemein und für immer festgestellt war, dass derSold je nach Umständen bald mehr, bald weniger betrug, dass aber eingewöhnlicher Durchschnittssatz, wie Demosthenes in einer seiner Philip-piken dessen Erwähnung thut, sich auf 2 Obolen oder l / 3 Drachme (unge-fähr 7 Kopeken nach russischem Gelde)'; pro Tag, oder 10 Drachmen (un-gefähr 2 Rubel und 10 Kopeken, 1 pro Monat für einen Fusssoldaten belief.Die Reiterei efhielt das Dreifache, bisweilen das Doppelte, auch Vierfacheals das Fussvolk. Die niederen Vorgesetzten bekamen doppelt, die höhe-ren viermal so viel Gehalt als der gemeine Soldat. Das Gehalt hörte aufmit Beendigung des Krieges; nur jedem Reiter wurden auch für dieFriedenszeit zur Unterhaltung seines Pferdes ungefähr 16 Drachmen(etwa 3 Rubel 36 Kopeken) pro Monat ausgezahlt.

Die Versorgung der Truppen mit Lebensmitteln erfolgte im Kriegemeist durch Fouragiruugen, Wegnahme aus feindlichem Gebiete, auchwohl durch Zufuhr aus dem eigenen Lande auf dem Landwege vermittelstLastthieren und Wagen, oder zur See auf Transportschiffen, bisweilenauch durch Einkäufe und Lieferungen auf Vertrag und aus besonders

*) 1 Kopeke == 4 Pf. (ca.) = i Centimes. 1 Rubel Silber = 100 Kopeken =1 Thlr. 2 Sgr. == I Francs. Anmerk. d. Uebers.

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