146 II. Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexande'r's d. Gr.
Saumthieren transpörtirt; Auch in dieser Periode, wie in früherer Zeit,war die Bagage der griechischen Truppen nur gering, und die griechi-schen Armeen, unbehindert durch dieselbe und selbst nicht zu gross,konnten, wie sonst, bequem ausserordentlich schnelle Bewegungen aus-führen und thaten dies auch, wobei sie dann oft nach erfolgtem raschemund forcirtem Marsch sofort zum Gefecht gegen den Feind übergingen.
Die Schlachtordnungen der Griechen lassen sich in folgende dreiHauptformen zusammenfassen: 1) Die gewöhnliche, in einer Liniein Form eines mehr oder weniger tiefen Rechtecks mit langer Front. Ausdieser Aufstellung erfolgte der Angriff frontal und parallel, d. h. dieganze Front rückte gegen die ganze feindliche Front vor. Der Vorzugdieser Schlachtordnung bestand darin, dass dieselbe überall gleiche Stärkehatte, der Mangel aber darin, dass sie schwerfällig und schwer beweglichwar und leicht an irgend einem Punkte durch concentrirte feindlicheKräfte durchbrochen werden konnte.
2) Die mit verstärkten Flügeln, welche den Angriff auf diegegenüberstehenden feindlichen Flügel gleichzeitig von vorn oder gegendie Flanken machten, in derselben Linie wie die ganze Front, oder inschräger Richtung, während das Centrum in einiger Entfernung, mit demAngriff noch zurückhaltend, folgte, gedeckt durch die leichten Truppen,welche in gleicher Höhe mit den Flügeln vorgingen. Bei dieser Schlacht-ordnung beabsichtigte man zuerst beide Flügel, und dann das feindlicheCentrum zu schlagen, oder die Flügel gegen das Centruin hin zu werfenund mit Hülfe der so entstehenden Unordnung das feindliche Heer zu be-siegen, — oder endlich, wenn der Angreifer an Kräften überlegen war, denFeind gleichzeitig in den Flanken zu umfassen und von vorn anzugreifen.Ein wesentlicher Uebelstand dieser Schlachtordnung war der, dass dieKräfte getrennt wurden und so beide, Flügel wie Centrum, vereinzeltenNiederlagen ausgesetzt waren. w
3) Die beste und vortheilhafteste Schlachtordnung war die schräge,von Epaminondas eingeführt, der sie zuerst bei Leuktra und dann beiMantinea anwendete und mittelst derselben in beiden Schlachten ent-scheidende Siege davontrug. Die schräge Schlachtordnung bestand darin,dass ein Flügel erheblich verstärkt wurde und den gegenüberstehendenfeindlichen Flügel in Front oder Flanke angriff, in gerader oder schrägerRichtung; Der andere Flügel des Angreifers folgte entweder langsam derBewegung des attakirenden Flügels in einiger Entfernung, oder er bliebauf seinem Platze unbeweglich halten, oder er wurde sogar noch znrück-gebogen, und so erhielt die Schlachtordnung des Angreifers eineschräge Richtung gegen die Front des Feindes. Diese vortrefflicheSchlachtordnung war ein grosser taktischer Fortschritt, denn an Stelledes frontalen oder parallelen Angriffs mit der ganzen Linie