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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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6. Die Griechen. 141

Von griechischer Reiterei gab es zwei Arten: schwere und leichte.Die schwere, die Kataphrakten (gepanzerten), war mit langen schwerenLanzen, laugen Schwertern und Aexten bewaffnet und trug eine voll-ständige Schutzrüstung: Helme, die einen Theil des Gesichtes deckten.Brustpanzer, Arm- und Beinschienen und kleine, kurze, runde Schilde.Die Pferde der Kataphrakten waren gleichfalls gepanzert. Die leichteReiterei, oder die Akrobolisten (aus der Ferne Schiessendenj, führteverschiedene Waffen, entweder nur leichte Lanzen, oder Lanzen,Schwerter und kleine Schilde, oder nur Wurfspiesse, oder Bogen u. s. w.

Die Zahl der griechischen Reiterei wurde zur Zeit des Angriffs durchXerxes ein wenig gegen früher vermehrt. Nach der Schlacht bei Platäawurde als dauernd für die Zeit der Kriege mit den Persern festgesetzt(wie schon oben bemerkt): auf 10,000 Mann Fussvolk 1000 Reiter, undseitdem betrug in den griechischen Heeren die Reiterei fast immer l / lflder Infanterie, ein Verhältniss, das sehr selten überschritten wurde.So z. B. bestimmte vor dem Beginn des Krieges zwischen Sparta undTheben der König Agesilaus von Sparta, dass in dem Heere der Lacedä-monier und ihrer Bundesgenossen ein Reiter auf vier Schwerbewaffnetekommen sollte, d. h. dass die Reiterei ?/ 4 des Fussvolks sein sollte. ImAllgemeinen aber war die griechische Reiterei stets wenig zahlreich undan Güte sehr mittelmässig. Dies hatte folgende Gründe: 1) das bergigeGelände Griechenlands; 2) die geringe Zahl von Pferden überhaupt, na-mentlich von tauglichen zum Reiterdienste, denn alle, selbst ihrebesten, die thessalischen Pferde, standen den asiatischen an Güte nach;3) die Ungesehicktheit der Griechen zum Dienst zu Pferde und die Gering-schätzung desselben, dem sie den Dienst bei dem schweren Fussvolk vor-zogen , obgleich die vornehmsten und reichsten Bürger bei der Reitereidienten und obschon bei einigen griechischen Völkern die Klassen derReiter in hohem Ansehen stand; 4) die geringe Entwicklung der Reit-kunst bei den Griechen; und endlich 5) selbst die Bewaffnung und Orga-nisation der griechischen Cavallerie. Nächst der thessalischen galt dieätolische als die beste griechische Reiterei. Zeitweilig, während desLebens des Epaminondas, vermehrte und vervollkommnete man die the-banische Reiterei. Die beste fremde Cavallerie im Verbände der grie-chischen Truppen war die leichte der Thracier.

Die Verhältnisszahl der schweren Infanterie zur leichten und zurCavallerie war in Griechenland zu verschiedenen Zeiten sehr verschieden.Bei Marathon, in der ersten Schlacht der Griechen gegen die Perser,kamen auf 9000 athenische und 1000 platäische Hopliten , welche unterMiltiades'Befehl kämpften, nur wenige Psiloi und fast gar keine Reiterei.Bei Platäa waren von 110,000 Mann verbündeter Griechen (nach Herodot)38,700 Mann schweres. 71,300 Mann leichtes Fussvolk und gar keine