142 II- Vom Anfang der griech.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander's d G-r.
Reiterei. Beim Beginn des peloponnesischen Krieges hatte (nach Thucy-dides die athenische Republik 13,000 Mann schwere und 1600 Mannleichte Infanterie, und 1200 Mann Reiterei, im Ganzen 15,800 Mann,ausser 16,000 Hopliten, welche zum Schutz Athens bestimmt waren,nebst dessen Burg (Akropolis) und Hafen Piräeus). Endlich hatteEpaminondas bei Leuktra (nach Diodor 6000 Schwerbewaffnete, 1500Leichtbewaffnete, nebst 500 Reitern, im Ganzen 8000 Mann; bei Man-tinea (auch nach Diodor) mehr als 30,000 Schwer- und Leichtbewaff-nete zusammen, und ungefähr 3000 Mann Cavallerie.
§.38.Aufstellung und Kampfesart der Truppen. Griechische Phalanx und
griechische Taktik.
Die geschlossene und tiefe Formation in Phalangen, in welcherdas griechische schwere Fussvolk schon zur Zeit des trojanischen Kriegesgekämpft hatte, hatte sich gegen die Perser, als sie in Griechenland ein-gefallen waren und in den darauffolgenden Kriegen mit ihnen, so zweck-mässig und vortheilhaft erwiesen, dass sie von den Griechen beibe-halten und noch vervollkommnet wurde, und zwar in praktischer undtheoretischer Hinsicht. Die ursprünglichen, Grundzüge derselben ohnewesentliche Aenderungen beibehaltend, suchten die Griechen nur die Be-waffnung und die Eiutheilung der die Phalanx bildenden Hopliten zu ver-bessern und eine Formation zu finden, in welcher, ohne die Grundformzu ändern, die Griechen unter den verschiedensten Umständen stets mitgleicher Kraft auftreten konnten. Dass sie in dieser Beziehung Erfolgehatten, dazu trug wesentlich bei: die natürliche Anlage der Griechen zusystematischem Nachdenken, ihre schon von jung auf erhaltene gründ-liche Bildung in den mathematischen Wissenschaften und in der Theorieder Kriegskunst, und endlich die mannigfache kriegerische Erfahrung,welche sie in den Kriegen mit den Persern und unter einander erworbenhatten. Der peloponnesische Krieg besonders ergab für die griechischeTaktik sehr günstige Erfolge. In ihm bildeten sich die berühmten Feld-herren , Taktiker und Kriegshistoriker, welche während dieses Kriegesund später die griechischen Heere ruhmreich führten, die griechischeTaktik vervollkommneten, und uns die ersten zuverlässigen und posi-tiven Nachrichten von dem Allen hinterlassen haben.
Mit dem Begriffe der griechischen Taktik ist der der griechischenPhalanx eng verknüpft, deren Gliederung, Formation und Kampfart des-halb auch besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Die Tiefe der Aufstellung in der Phalanx war nicht immer und nichtüberall dieselbe: selten weniger als 8 (aber auch 6 und 4; oder mehr als16 (aber auch bis 24), meistens 8, 12 und 16, nach Xenophon durch-