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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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5. Die Perser. Ig-J

Mann gewesen zu sein scheint griech. Keiterei war gar nicht, oder nursehr wenige dabei).

Im Allgemeinen gab es in den persischen Heeren viel mehr leichteals schwere Truppen und ihre Bewaffnung war vorzugsweise leicht, ausFernwaffen bestehend: Wurfspiess, Bogen, Schleuder. Einige asiatischeVölker führten übrigens auch mehr oder weniger schwere Hand- undSchutzwaffen. Bei den Persern selbst bestanden diese in kurzen Schwer-tern und Lanzen, grossen Bogen , langen Pfeilen, Helm . schuppenför-migem Brust- und Beinharnisch und kleinen, leichten, hölzernen Schil-den. Die vornehmen und reichen Perser trugen ausserordentlich reicheWaffen, bei der persischen Reiterei waren nicht nur die Reiter, son-dern auch die Pferde durch einen Panzer geschützt.

Ausser Reiterei und Fussvolk gehörten zu dem persischen Heereauch Streitwagen, einfache sowohl, als mit Sicheln besetzte, und zu-weilen auch Abtheilungeu auf Kameelen, deren Reiter mit Bögen schös-sen und Speere warfen. Die Verwendung von Streitwagen und Kamee-len seitens der Perser finden wir in allen Feldschlachten während dieserganzen Periode.

In der Taktik hatten die Perser seit dem älteren Cyrus nicht dieallergeringsten Fortschritte gemacht. Aufstellung und Bewegung wäh-rend des Marsches und Verhalten im Gefecht, ganz wie bei allen Völkerndes Orients, waren auf sehr niedriger Stufe der Entwicklung. WährenddesMarsches gingen die Truppen ohne alle Ordnung, zu ihrer Erleichterunghäufig nicht nur ohne Schutzwatfen, sondern sogar selbst ohne die Hand-waffen, welche, wie übrigens fast alle schweren Gegenstände, hinter denTruppen auf Wagen, Kameelen oder Saumthieren nachgeführt wurden. ZurNacht schlug das Heer sein Lager auf dem Felde auf, in der Nähe vonWasser, Weideplätzen und Wald. Immer in grösster Sorge vor unvermuthe-ten nächtlichen Ueberfällen, umschanzten die Perser ihre Lager mit Fuhr-werk, Pfahlzäunen, Erdwällen mit Graben u. s. w. Vor der Schlachtbei Mykale verschanzten sie ihr Lager nach der Seeseite, indem sie ihreSchiffe ans Land zogen, nach den andern Seiten aber theils durch einenPallisadenzaun, theils durch einen Steinwall mit Graben davor, und theilsdurch ihre Schilde, die sie dicht neben einander in die Erde festgrubeuin Form einer Mauer. Die Könige, Grosswürdenträger und Obergeneralelagen in Zelten, die Truppen unter freiem Himmel, oder in Hütten vonZweigen oder Stroh. Immer in der Absicht und der sicheren Hoffnung,den Feind durch ihre Uebermacht zu erdrücken und durch persönlicheTapferkeit zu überwinden, gingen die Perser stets direct auf den Feindlos, ohne sich auf Kriegslisten oder kunstgerechte Führung einzulassen.Sie suchten sich für die Schlacht grosse offene Ebenen aus, auf denensie leicht und frei und am vortheilhaftesten mit ihren gewaltigen Schaaren,