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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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130 II. Vom Anfang der grieoh.-pers. Kriege bis zum Tode Alexander'« d. Gr.

liehen Truppen sich fast ganz auf gleiche Stufe mit unabhängigen Herr-schern stellend, schlössen sie unter einander Bündnisse , versagten denpersischen Königen den Gehorsam und erklärten ihnen den Krieg.

In dieser Zeit hingen Rekrutirung und Ersatz, Unterhalt, Admini-stration, Versammlungen, Besichtigungen und Verwendung der Truppen,des stehenden Heeres wie der Landaufgebote, mehr oder weniger vonden Satrapen allein ab. Uie stehenden Truppen waren theils aus grie-chischen Miethstruppen , theils ans Bewohnern der Statthalterschaftenzusammengesetzt. Ein sehr grosser Theil dieser ständigen Feld- undGarnisontruppen befand sich stets in den westlichen GrenzsatrapienThracien, Aegypten. Kleinasien. In dieser letzteren namentlich warenzur Zeit des ersten griechisch-persischen Krieges die Hauptstreitkräftedes persischen Reiches concentrirt.

§.34.Heereseinrichtungen und Kriegswesen im Allgemeinen.

Die beste und zahlreichste Waffengattung der asiatischen Truppenin dem persischen Heere jener Zeit war die Reiterei. Denn erstenskämpften fast alle Völker Klein- und besonders Mittelasiens, derenTruppen zum persischen Heere gehörten, ebenso die Perser selbst, mitVorliebe zu Pferde und zeichneten sich durch Geschicktheit zum Reiter-dienste und Gewandtheit im Reiten aus. Zweitens war für die vornehmenund reichen Perser der Dienst zu Pferde nicht nur eine Auszeichnung undein Vorrecht, sondern eine Pflicht, denn seit der Zeit, da die Perser sess-haft geworden waren, bestand für jeden, der Land besass. die Verpflich-tung, zu Pferde zu dienen. Endlich drittens hatte Klein- und mehr nochMittelasien Ueberfluss an Pferden von vorzüglicher Güte. Aus diesenGründen bestanden die Schaareu der königlichen Leibwache, die könig-lichen Feldtruppen und die Haustruppen der Satrapen und Grossen vor-zugsweise aus Reiterei. Diese war nun theils schwere, theils leichte.Als beste galt die eigentliche persische, danach die medische, die klein-asiatische (besonders der Paphlagonier), die parthische , die gemietheteder Scythen u. s. w. Die Nomadenstämme Mittelasiens stellten eine zahl-reiche und treffliche leichte Reiterei.

Das Fussvolk war zahlreicher, aber schlechter als die Cavallerie.Das asiatische war theils schwer, grösstentheils leicht, und zwar des-halb , weil Bogen und Schleuder im Orient meist gebraucht wurden unddeshalb zahlreiche Schützen und Schleuderer vorhanden waren, daruntersehr geschickte und sicher treffende, namentlich unter den Bergvölkern.Dagegen war das Fussvolk der griechischen Miethstruppen meist schwerbewaffnet und nur zum Theil leichtes, und stets schwächer an Zahl alsdie asiatische Cavallerie und Fussvolk , indem es nie stärker als 50,000