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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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5. Die Perser. 1 29

den Persern zur Gewohnheit, Miethstruppen zu halten und aus ihnen denbesten, zuverlässigsten Theil, die Hauptmacht ihrer Truppen zu bilden.Diese Gewohnheit war von sehr üblem Einfluss auf die militärischenEinrichtungen der persischen Monarchie und auf die Organisation derpersischen Heere. Die äussere, wie die innere Sicherheit des Reicheswar den Miethstruppen anvertraut, die nur um Geld dienten und deshalbhöchst unzuverlässig, ja oft gefährlich waren. Die Perser selbst, diesich auf sie verliessen, vernachlässigten die regelrechte Organisationihrer Heere gänzlich, ebenso ihre eigene Ausbildung im Kriegswesen.Nichts schien auch so geeignet zur raschen Beschaffung von Ersatz fürdie ungeheuren persischen Heere und zur Durchführung der fast perma-nenten Kriege, als die Möglichkeit zu jeder Zeit rasch Miethstruppeneinzustellen. Die Perser wählten sie aus den asiatischen und griechi-schen Völkern. Aus der Zahl der Ersteren wurden besonders die halb-wilden unabhängigen Stämme gewählt, welche in den Gegenden südlichund östlich vom kaspischen Meere nomad'sirten, also : die Hyrkanier undScythen, berühmt wegen ihrer Tapferkeit, die Marder, Saker, Partheretc. Für Lohn oder das Versprechen eines Beuteantheils zogen dieseStämme gern mit den Persern zu Felde. Höher aber als diese Alleschätzten die Perser die griechischen Miethstruppen wegen ihrer ausge-zeichneten taktischen Organisation, ihrer Tapferkeit und ihres kriegeri-schen Geistes, ihrer militärischen Subordination und Ordnung. GegenEnde des fünften und besonders zu Anfang des vierten Jahrhunderts vorChr. 'nach dem peloponnesischen Kriege) begannen sie schon beständigeine grössere oder kleinere Zahl griechischer Hülfstruppen in ihremDienst zu halten, und diese bildeten den Kern und die Elite der könig-lichen Truppen und der persischen Heere überhaupt, und in der letztenZeit gaben sie schon die stehende Besatzung aller Städte Kleinasiens.Sie allein erhielten in dem persischen Heere Sold, nämlich einen Darl-kus (etwa 1 Dukaten nach unserm Gelde) pro Monat und Kopf. Derjüngere Cyrus aber verdoppelte schon diesen Sold.

Ein andrer grosser Uebelstand , der sich in die militärische Organi-sation der persischen Monarchie einschlich und der Grund zu schwereninneren Erschütterungen und Umwälzungen wurde, war die Vereinigungder Militär- mit der Civilgewalt in der Hand der Satrapen. Anfänglichwurde den Satrapen, besonders wenn sie aus königlichem Geblüte warenoder Grenzsatrapien verwalteten (in Thracien, Kleinasien, Syrien undAegypten), nur ausnahmsweise neben der bürgerlichen Gewalt auch diemilitärische anvertraut und zugleich der Oberbefehl über die Truppenihrer Statthalterei. Aber im Lauf der Zeit begannen die ehrgeizigen Sa-trapen sich in ihren Satrapien von selbst die volle militärische Gewaltanzueignen, und in unbeschränkter Verfügung über die in diesen befind-

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. 1,1.'