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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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4. Die Griechen. 121

setzten Gegenden und Städte. Auf einem dieser Züge wurde er mit seinerSchaar umzingelt, gefangen, nach Sparta geführt und in einen tiefen Ab-grund gestürzt. Aristomenes vermochte indessen sich von Tod und Ge-fangenschaft zu erretten und kehrte nach Ira zurück. Und vielleicht hättendie Messenier unter seiner Leitung sich noch lange in Ira gehalten, wennnicht Verrat!) den Spartanern den Eingang in die Festung ermöglichthätte (668). Nach dreitägigem blutigem Kampfe bemächtigten sich dieSpartaner derselben, Hessen aber Aristomenes mit dem Rest der messeni-schen Truppen nach Arkadien entweichen. Aber Unglück erschütterte denstarken Geist des Aristomenes nicht: mit 500 Messeniern und 300 Arka-diern wollte er Sparta überfallen, während noch der grösste Theil desspartanischen Heeres in dem entfernten messenischen Gebiete stand.Schon war Alles zur Ausführung dieses kühnen Unternehmens bereit,als Verrath seine Absicht den Spartanern kund rhat und die Ausführungunmöglich machte.

Die Einnahme von Ira beendete den zweiten messenischen Kriegund vollendete die Unterjochung Messeniens und die Knechtung seinerBewohner durch die Spartaner. Ihr Land wurde unter die Sieger ver-theilt, die Bewohner aber in Sklaverei, grossentheils nach Lakonien.abgeführt.

§. 32.Der erste heilige Krieg (594585 v. Chr.).

Unter den unaufhörlichen kleinen und unbedeutenden inneren Krie-gen der griechischen Stämme und Staaten verdient der erste heilige KriegBeachtung, weil in ihm die Streitkräfte Griechenlands sich zu einem ge-meinschaftlichen Zweck vereint hatten.

Der Anlass zu diesem Kriege war ein Tempelraub , den die, demGebiet des delphischen Orakels benachbarten, Bewohner des kleinenStaates Krissa begangen hatten. Es waren dies die drei blühendenund reichen Handelsstädte: Krissa, Cirrha und Anticirrha. Von Gewinn-sucht getrieben, hatten die Bewohner von Krissa gewagt, in das heiligeGebiet des Orakels und den Tempel des Apollo einzudringen, sowiedessen reiche Schatzkammer zu berauben (594 v. Chr.).

Der Rath der Amphiktyonen beschloss diese That zu rächen, diekrissischen Städte zu schleifen und ihr Gebiet dem beleidigten Gotte zuweihen. Aber sowohl die von ihnen getroffenen Massregeln, wie derenAusführung waren matt und unentschieden. Ein kleines Heer wurdeversammelt und bemühte sich vergebens, die krissischen Städte einzu-nehmen, deren Einwohner sich hartnäckig vertheidigten. Endlich wurdeder Oberbefehl über die vereinten griechischen Truppen durch den Rathder Amphiktyonen dem thessalischen Fürsten Eurilochus übertragen.