1. Die Griechen. 119
Bundesgenossen in .den Argivern, Arkadiern, Sicyoniern und dem zurSee mächtigen Korinth. Im achten Jahre fand (730) bei Ithome einTreffen statt, in welchem die Spartaner geschlagen wurden , auf Seiteder Messenier aber Euphaes fiel. An seiner Statt wurde Aristodemus ge-wählt, der das Vertrauen seiner Mitbürger rechtfertigte. Fünf Jahre langJ29—725j führte er thätig und geschickt einen kleinen Krieg, vereiteltealle Unternehmungen der Spartaner, schlug sie häufig in kleinen Schar-mützeln und zwang sie, sich auf Raubzüge zu beschränken; dazwischenschloss er noch engere Bündnisse mit den Argivern, Arkadiern, Sicyo-niern und Korinthern.
Seine klugen und geschickten Massregeln wurden von einem ent-schiedenen Erfolge gekrönt, den er im fünften Jahre (725j in einer bluti-gen Schlacht bei Ithome über die Spartaner errang. Nur die vorzüglichemilitärische Ordnung des spartanischen Heeres rettete dieses vor gänz-licher Vernichtung und gestattete den Trümmern, sich nach Lakonienzurückzuziehen.
Nach dieser gewaltigen Anspannung der Kräfte trat äusserste Ab-spannung und eine zweijährige Ruhe auf beiden Seiten ein (724—723).
Die Spartaner, welche sich zuerst wieder erholt hatten und denKrieg wieder begannen, belagerten Ithome aufs Neue. Nach fünfmonat-licher Belagerung und vielen kleinen Gefechten , in welchen der Erfolgstets auf Seite der Spartaner war, und nachdem die Messenier den Aristo-demus und ihre Führer verloren hatten, welche gestorben oder in denTreffen geblieben waren, verliessen die von den Spartanern hartbedräng-ten und Hunger leidenden Messenier Ithome und retteten sich grossen-theils zu ihren Verbündeten nach Argolis und Arkadien. Damit endeteder Krieg. Ithome ward von Grund aus zerstört, die Messenier wurdenden Lacedämoniern tributär und mussten sich eidlich verpflichten, ihnendie Hälfte ihres Bodenertrages abzuliefern.
§. 31.Der zweite messenisehe Krieg (682—668 v. Chr.).Ungefähr vierzig Jahre trugen die Messenier die grausame Unter-drückung durch die Spartaner, bis endlich in der neuen Generation deralte Geist der Unabhängigkeit erwachte. In einem Manne aus berühmtemGeschlecht, dem tapfern und muthigen Aristomenes, erstand den Messe-niern der Erretter aus dem spartanischen Joch. Nachdem er insgeheimBündnisse mit den Argivern und Arkadiern abgeschlossen hatte, rief erdas Volk zu den Waffen und bei Derä, einem messenischen Dorfe, über-fiel er unversehens eine Abtheilung spartanischer Krieger 1^682). Es ent-spann sich ein erbittertes und hartnäckiges Gefecht, das unentschiedenblieb: beide Theile erlitten grosse Verluste, keiner von beiden errang