118. I- Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.
hätten, und überfielen dann Nachts plötzlich und ohne jede vorher-gehende Kriegserklärung (743 v. Chr.) das messenische GrenzstädtchenAmphea, dessen meiste Einwohner sie niedermachten.
Der messenische König Euphaes rief die Messenier zu den Waffen.In der Ueberzeugung aber, dass sie nicht vermöchten, ihre Kräfte mitdenen der kriegerischen und kriegserfahrenen Spartaner im freien Feldezu messen, zog er sich in die befestigten Städte Messeniens zurück undübte vier Jahre lang (743—740) die Messenier in den Waffen und ineiner strengen Kriegszucht. nach dem Vorbild der Spartaner, ohne derhäufigen Einfälle und gräulichen Verwüstungen Messeniens durch Jenezu achten. Nach und nach begannen indess die Messenier kleine Trup-penabtheilungen zur Verheerung der Küstengegenden Lakoniens zu ent-senden. Im fünften Jahre (739) zog Euphaes mit dem auserlesenstenTheil des messenischen Volkes und einer grossen Zahl Sklaven an dielakonische Grenze. Die Spartaner zogen ihm entgegen, in der Hoff-nung, den Krieg mit einem Schlage zu beenden. Beide Heere begegnetensich bei Amphea, aber durch einen Bach getrennt. dessen Wasser inFolge eines Regens geschwollen war. kamen sie nicht zum Schlagen undihre Thaten beschränkten sich auf ein unbedeutendes und unentschie-denes Scharmützel der von beiden Seiten zur Quelle des Baches entsen-deten geringen Reiterei. Zur Nacht zogen sich die Messenier in ihr Lagerzurück, welches so gut verschanzt war, dass die Spartaner sie nicht an-zugreifen wagten und — uneingedenk ihres Eidschwures — nachLakonien zurückkehrten.
Dieser Rückmarsch erregte das Missfallen der Ephoren. Sie er-innerten das Volk an den gegebenen Schwur, — und im Herbst desfolgenden Jahres (738) rückte ein Heer von 2ü,000spartanischenKriegern,ausser einer starken Ahtheilung kretischer Bogenschützen, unter derFührung der spartanischen Könige Theopompus und Polydorus gegenMessenien. Jetzt erfolgte (wie es scheint, wieder bei Amphea) eineblutige Schlacht, in welcher beide Theile mit grosser Erbitterung kämpf-ten, keine aber einen entscheidenden Sieg gewann. Beide erlitten sogrosse Verluste, dass sie für kurze Zeit einen Waffenstillstand schlössen.
Die Messenier befanden sich in schwieriger und gefährlicher Lage. Siekonnten den Verlust an Truppen nicht so bald wieder ersetzen, noch bisdahin mit ihren schwachen Kräften sich im freien Felde, halten ; die Vor-räthe an Lebensmitteln in den Städten waren vollständig erschöpft, und zurErhöhung des Elends verwüstete die Pest ihr Land. Alle diese Gründe be-wogen die Messenier, ihre Truppen aus den von ihnen besetzten Städtenzu ziehen und sie auf dem Berge Ithome zu concentriren in einer Festungdesselben Namens. Acht Jahre lang (737—730) vertheidigten sie sichhier tapfer gegen alle Angriffe der Spartaner und erwarben sich dadurch