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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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4. Die Griechen. 117

und Aetolier, unter Führung der Herakliden, welche sich nun den Pelo-ponnes vollends unterwarfen. Die inneren Stammesfehden hörten abernach der Einwanderung der Herakliden keineswegs auf, sie nahmen viel-mehr noch zu in Folge der ungleichmässigen Vertheilung der Landge-biete im Peloponnes unter die dorischen Stämme und der daraus empor-keimenden gegenseitigen Feindschaft derselben. Im Allgemeinen tragendie Kriege der ersten Hälfte dieser Periode den Charakter, welcher sol-chen innern Fehden zwischen wilden oder uncultivirten Völkern eignet,und bieten nichts Bemerkenswerthes. Die Kunst der Kriegführung stehtbei den Griechen in dieser Zeit noch auf sehr niedriger Stufe.

In der zweiten Hälfte dieser Periode (750 bis 500 v. Chr.), als sichin ganz Griechenland bereits Staaten gebildet hatten, unter denen zwei,Athen und Sparta, die übrigen schon an Bedeutung überragten, nahmendie Kriege an Bedeutung zu. während sie an Zerrissenheit verloren. Dieinneren Fehden der griechischen Städte und Bezirke wurden schon mitmehr vereinten oder wenigstens weniger zersplitterten Kräften als frühergeführt und nahmen an Grösse. Bedeutung und Wichtigkeit zu. Sie be-standen vorzugsweise in Actionen des kleinen oder des Festungs- undBelagerungskrieges. Wegen der geringen Ausdehnung Griechenlands,seiner politischen Zerrissenheit, der Durchschnittenheit seines Geländesund der Geringfügigkeit der agirenden Kräfte, entwickelte sich derkleine Krieg besonders und wurde bisweilen mit grosser Kunst geführt.Der Festungskrieg bestand in Belagerungen, richtiger EinSchliessungen,und in Vertheidigung der Städte, welche mehr durch ihre Lage, als durchBefestigungen stark waren.

Die bedeutendsten Kriege aus der zweiten Hälfte jener Periodewaren: der erste und zweite messenische und der erste heilige Krieg.

§.30.Der erste messenisehe Krieg (742722 v. Chr.).Im Bewusstsein ihrer wachsenden Macht hatten die Spartaner, wiebereits oben gesagt, bald nach Lykurg schon, und seinen Vorschriftenzum Trotz, ihre Waffen auf Eroberungen nach aussen gerichtet und An-griffskriege begonnen gegen ihre Nachbarn , die Argiver, Arkadier undMessenier. Der nach Westen hin an Lakonien grenzende messenischeStaat war ein besonderer Gegenstand ihrer ehrgeizigen Absichten. Voneinem hauptsächlich Ackerbau treibenden Volke bewohnt, schien er ihneneine leichte Beute. Die von beiden Seiten begangenen Gewaltthätigkeitenund Beleidigungen und die Verweigerung einer Genugthuung dafürdienten zum hinlänglichen Vorwand zum Kriege. Die Spartaner rüstetendazu im Stillen, schworen feierlich, den Krieg nicht eher zu beenden undnicht früher nach Sparta zurückzukehren, ehe sie nicht Messene erobert