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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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114 I. Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.

ten. Das Lager wurde nur in dem Falle befestigt, wenn keine Möglich-keit war, es durch seine Lage allein oder durch natürliche Hindernissezu sichern. Nach Xenophon hätte Lykurg den Spartanern vorgeschrieben,ihr Lager kreisrund anzulegen.

Die spartanischen Truppen zeichneten sich durch vortrefflichenkriegerischen Geist und alle militärischen Tugenden aus, durch strengsteSubordination und Disciplin, Standhaftigkeit und unerschütterlichen kalt-blütigen Muth. Alle ihre Einrichtungen zielten darauf ab, ihnen den Frie-den zu einer Zeit unaufhörlicher Thätigkeit, Anstrengung, Entbehrungenund Mangels zu machen, den Krieg dagegen zu einer Zeit der Ruhe, derFreiheit und Vergnügungen, und sie so dahin zu bringen, dass sieden Letztern dem Ersteren vorzogen. Im Kriege hatten die spartanischenKrieger nur eine Aufgabe: mit dem Feinde zu fechten; alle vom Kriegs-dienst freie Zeit verbrachten sie in Kühe, mit gymnastischen Uebungen,kriegerischen Spielen u s. w. Sie waren von aller Mühe und Arbeit be-freit, thaten der bevorstehenden Schlacht keine Erwähnung, selbst in Erfül-lung ihrer Dienstpflichten wurden ihnen alle möglichen Erleichterungengewährt. Ausserdem befanden sich während des Feldzuges eine MengeHeloten bei ihnen, welche sie zu bedienen und alle nicht militärischenDinge und die groben Arbeiten zu verrichten hatten, und eine grosseZahl von Saumthieren und Train mit Vorräthen an Kriegs- und Mund-bedarf. Die gemeinschaftliche Mahlzeit (Syssition, Phidition' der Spar-taner , zur Friedenszeit aus, der dürftigsten und gröbsten Nahrung be-stehend, war im Kriege reichlich und gut. Endlich zum Kampfe be-reiteten sich die Spartaner wie zu einem heiteren Grastmahl, den MusenOpfer bringend und sich mit Blumen und ihren besten Gewändernschmückend.

Es entsprach alten heiligen Gebräuchen, dass die Spartaner nie vorVollmond zu Felde zogen. Ehe sie zum Kriege ausrückten, oder wennsie aus demselben zurückkehrten, wurden den Göttern Bitt- oder Dank-opfer dargebracht.

Nach lykurgischem Gesetz hatten sie keine Festungen, denn derbeste Schutz des Staates sollte nicht in den befestigten Städten, sondernin dein Muth und der kriegerischen Tüchtigkeit seiner Bürger liegen.Deshalb war Sparta und waren die übrigen Städte Lakoniens offen. EineFestung durch Belagerung zu nehmen, verstanden sie nicht.

§.27.

Militärische Organisation von Athen.

Seit jener Zeit, als in Athen die königliche Würde abgeschafft

wurde, bis zum Erlass der solonischen Gesetze (1068 bis 594 v. Chr.),

unter dem beständigen Ringen der höheren gegen die niederen Volks-