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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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4. Die Griechen. j ] 3

Theile war, giebt Xenophon nicht an. Thucydides aber thur der Mofakeine Erwähnung und sagt, dass jeder Lochos aus 4 Pentekostyen,*jede Pentekostys aus 4 Enomotien bestand und dass jede E n0 m 01i ezu 4 Mann Front und 8 Manu Tiefe, oder zu 4 Rotten und 8 Gliedern auf-gestellt war. Hiernach mussten also, nach Thucydides, zu einer Eno-motie 32 Krieger gehören, 128 zu einer Pentekostys, 512 zu einemLochos; nach Xenophon aber, vorausgesetzt, dass die Enomotie nichtstärker war als 32 Mann, wären in der Pentekostys nur 64, im Lochos128, in der Mora 512 Mann gewesen, und die gesammte lacedämonischeschwere Infanterie hätte sich nur auf 3072 Mann belaufen. Nun stehtaber fest, dass Sparta viel mehr schwere Infanterie besass. Man mussdeshalb annehmen, dass die Kopfzahl der Mora nicht feststand, sondernwechselte, je nach Zeit und Umständen und nach Massgabe der stär-keren oder schwächeren Bevölkerungszahl.

Der Oberbefehl über das Heer gebührte in Sparta den Königen. IhreMacht, im Frieden und in den gewöhnlichen Dingen sehr beschränkt,war unbegrenzt im Kriege und bei der Truppe; sie waren aber demVolke über den Gebrauch ihrer Macht strengstens verantwortlich. Jederder beiden spartanischen Könige befehligte eine Armee, wenn deren zweiim Felde standen; war nur eine aufgestellt, so entschied das Volk,welcher der beiden Könige das Commando nehmen und welcher in Spartaverbleiben sollte. Bei den Königen befanden sich je ein oder zwei Pole-marchen als Gehülfen quasi Generalstab , einige bei den öffentlichenSpielen bekränzte Athleten oder Fechter, und eine von den Ephoren ge-wählte Zahl junger berittener Krieger, welche gewissermassen eine Artvon königlicher Leibwache bildeten. Die Ephoren selbst fingen, baldnach Lykurg schon, an, den König in den Krieg zu begleiten und seinenKriegsrath zu bilden.

Die Taktik und Kampfart der lacedämonischen Truppen in derSchlacht war sehr einfach. Sie machten in geschlossener Phalanx einenFrontalangriff auf den Feind und entschieden durch die Kraft des Stossesden Sieg; war der Feind numerisch überlegen, so versuchten sie, ihndurch List zu überwinden. In der Schlacht marschirten sie still und inOrdnung in gemessenem Schritt nach dem Takte der Flöten. Hatten sieden Feind geworfen, so verfolgten sie ihn nicht, sondern gestatteten ihm,sich ungehindert zurückzuziehen; wurden sie selbst geschlagen, sogingen sie langsam und in grösster Ordnung zurück. Auf dem Marscheselbst ging dem Heere eine berittene Avantgarde voraus. Wenn sie einLager aufschlugen, so stellten sie innerhalb desselben, zur Aufrechter-haltung der Ordnung darin, bei Tage eine, Nachts zwei Wachen auf,ausserhalb des Lagers aber standen Wachen zu Fnss und beritteneSchaarwachen (Patrouillen ?) Tag und Nacht, um den Feind zu beobach-

üalitzin, Allgein. Kriegsgeschichte. I, 1. 8