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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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112 I; Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.

und Wissenschaft beraubte die Spartaner der Mittel, sich theoretisch,wie die anderen Völker Griechenlands, in der Kriegskunst weiter zubilden. Das Verbot, Festungen und eine Flotte zu haben, öfter ein unddenselben Feind zu bekriegen, einen geschlagenen Gegner zu verfolgenu. s. w., gestattete ihnen nicht, die Früchte eines Sieges zu pflücken,und gab den Feinden grosse Vortheile au die Hand.

Zur Zeit, als die lykurgischen Gesetze eingeführt wurden, bildetenalle freien Bürger der Spartiateu und Periöken die bewaffnete Macht.Die Einen und Andern waren von Geburt Krieger und standen vom 20.bis zum 60. Jahre im activen Dienste. Zur Friedenszeit bildeten sie dieWache in den Städten; im Kriegsfall wählte die Regierung aus jedem derfünf Stämme, in welche das Volk zerfiel, eine grössere oder geringereAnzahl von Kriegern gewisser Jahrgänge heraus, je nach Bedarf undUmständen. Nach tadelloser vierzigjähriger Dienstleistung wurden diespartanischen Krieger aus dem Militärdienst entlassen und erfreuten sichnun der besonderen Achtung und Bevorzugung, welche die Gesetze inSparta den Greisen zusicherten.

§. 20.Organisation und Geist der spartanischen Truppen.

Die schwere Infanterie bildete die Hauptmacht und den besten Theilder spartanischen Truppen. Der Spartaner schämte sich keineswegs,Schutzwaffen zu tragen, sondern er hielt es für seine heilige Pflicht, seinenKörper so sorgfältig' wie möglich zu schützen: denn sein Leben gehörtedem Staate und er musste es zum Nutz und Frommen des Letzteren be-wahren. Deshalh trug die spartanische schwere Infanterie eine volleSchutzrüstung, deren wichtigstes Stück ein grosser Schild war. DenSchild lassen, selbst das Fechten ohne ihn, galt für schimpflich und ehr-los für einen spartanischen Krieger. An Handwaffen trug das sclwereFussvolk Wurfspiess, Lanze und ein kurzes zweischneidiges Schwert.

Leichte Infanterie gab es wenig, Reiterei noch weniger. Beide ArtenTruppen waren leichtbewaffnet. Die Reiterei war höchst mittelmässig.

Xenophon und Thucydides, in deren Werken sich treffliche Nach-richten über die Organisation der spartanischen Armee finden, weichenin ihren Angaben über die taktische Gliederung und die Kopfzahl derverschiedenen Abtheilungen des spartanischen Heeres von einander ah.

Nach Xenophon theilte Lykurg die lacedämonischen Truppen inCMoren (Regimenter) zu Fuss und 6 Mo reu zu Pferde. Die Officierejeder Mora zu Fuss waren: 1 Polernarch Kriegsoherster), 4 Locha-gen Majors , 8 Pentekosteren LIauptleutej und IGEnomotarchenZugführer , woraus folgt, dass eine Mora aus 4 Lochen, 8 Pente-kostyen, oder 10 Enomotien bestand; wie stark aber jeder dieser