108 I. Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griech.-pers. Kriege.
§• 23.Verschiedene Truppengattungen, Bewaffnung, Aufstellung und
Kampfesart.
Die Griechen kämpften zu jener Zeit fast nur zu FttsB. Das grie-chische Fussvolk theilte sich in schweres ^Hopliten und leichtes (Psiloi).Die wichtigste, beste und geehrteste Trappe waren die Ersteren, ge-wöhnlich aus den edleren Bürgerklassen genommen, mit Lanzen (nichtlänger als 10 Fuss) und kurzen Schwertern bewaffnet und Helm, Brust-panzer und grosse Schilde führend. Die leichte Infanterie, aus den ge-ringern Klassen der Bürger genommen, war nur mit Bogen und Schleuderbewaffnet; Schutzwaffen trugen sie nicht. Sie war von geringerer Be-deutung, als die schwere Infanterie, und stand ihr auch an Güte nach.Die besten Schützen waren die Bewohner der Insel Kreta, und fast immerfanden sich in den Heeren der griechischen Staaten eine grössere odergeringere Zahl von kretischen Bogenschützen.
Nach dem trojanischen Kriege bedienten sich die Griechen fast niemehr der Streitwagen. Die Gründe dazu waren : die Schutzmittel, welcheden durch diese Streitwagen hervorgebrachten Schaden verminderten oderfast ganz aufhoben, — die Erkeuntniss. dass sie nur in ebner offnerGegend mit Nutzen verwendet werden könnten, — endlich die bergigeund durchschnittene Beschaffenheit Griechenlands.
Nach dem trojanischen Kriege, — es ist nicht gewiss in welcher Zeit—,begannen die Griechen statt der Streitwagen Reiterei anzuwenden.Xenophon versichert, dass die Spartaner schon zu Lykurg's Zeit derengehabt hätten. Später, in den messenischen Kriegen, erscheint sie beiden spartanischen wie bei den messenischen Trappen und ebenso auchbei den andern Heeren und Völkern Griechenlands. Im Allgemeinenaber war die griechische Reiterei wenig zahlreich und stand qualitativauf niedrer Stufe. Als beste galt die der Böotier und besonders derThessalier, denn Thessalien hatte Ueberfluss an Weiden und an Pferden.
Der Eintheilung der Trappen lag im Allgemeinen das dekadischeSystem zu Grunde, im Speciellen aber war die Eintheilung, Stärke,Grösse und Benennung der Abtheilungen und ebenso die Benennung derBefehlshaber und verschiedenen militärischen Grade in den griechischenArmeen sehr verschieden. In der Schlacht kämpfte die leichte Infanteriegewöhnlich in zerstreuter Ordnung vor und neben den Flanken derschweren, welche den Angriff und Choc in geschlossenen tiefen Massenmachte, die allgemein Phalanx Messen, die Lanzen gesenkt eingelegttragen und sich mit ihren grossen Schilden deckten. Die Phalangenhatten keine bestimmte und ein für alle mal feststehende Form und Ein-theilung. Der Eigenthümlichkeit dieser Aufstellung entsprechend bestand