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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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4. Die Griechen. 103

freiem Himmel, in solchen Fällen aber, wo sie lange an einem Orteblieben, bauten sie Hütten. Vor Troja war ihr Lager mit einem breitenund tiefen Graben, einem Pfahlzaun, Erdwall und mit Holzthürmen um-geben, hinter denen die Hütten der Krieger erbaut waren, nach Stämmenund Völkern geordnet; in der Mitte des Lagers befand sich ein offnerMarktplatz für die Versammlung der Krieger, Berathungen und religiöseCeremonien. Eine Sicherung aber des Lagers oder der darin befindlichenTruppen gegen uuverniuthete feindliche Ueberfälle, durch Wachen undPatrouillen, war den Griechen unbekannt.

Die Kunst, Städte zu befestigen, war noch wenig entwickelt, dieStädte sicherten sich meist durch ihre Lage auf ganz oder fast unersteig-baren Orten, oder durch Umwallung mit noch ziemlich rohen Zäunen,Erdwällen oder hölzernen Wänden und Thürmen, und davor Graben undPfahlzaun.

In der Belagerungskunst waren sie ganz unerfahren, wie sich daszur Genüge aus ihrem Verhalten vor Theben in dem thebanischen Kriegeund bei der zehnjährigen Belagerung von Troja zeigt.

§ 21.

Der thebanisehe und trojanische Krieg.Im heroischen Zeitalter Griechenlands erwachte der kriegerischeGeist der Griechen zu voller Stärke. Fortgerissen durch den Durst nachkriegerischem Ruhm, mehr noch angetrieben durch Kühnheit, abenteuer-lichen Sinn und Unternehmungsgeist, wie sie einem jungen Volke eigen,aus Kachegefühl für die von den fremden Völkern in Griechenland ver-übten Räubereien und Verwüstungen, und in der Hoffnung reicher Beutein deren eigenen Gebieten, begannen die Griechen zu Offensivunterneh-mungen ausserhalb der Grenzen ihres Vaterlands sich zu vereinigen.Die ersten Unternehmungen dieser Art, mehr partieller, als allgemeinerNatur, waren der halbfabelhafte , aber wahrscheinliche, Argonautenzugnach Kolchis (um 1250 v. Chr.) und der thebanisehe Krieg (1225 und1215). In dem Letzteren sind schon die ersten Spuren einer etwas ge-ordneteren Kriegführung erkennbar. Er ward von sechs verbünde-ten peloponnesischen Königen zur Unterstützung der legalen Rechte desPolynices, Sohnes des gestorbenen Königs Oedipus von Theben, auf seinErbtheil unternommen, um welches ihn sein Bruder Eteokles beraubthatte. Sieben starke Heerhaufen führten Polynices und die mit ihm ver-bündeten Fürsten vor Theben und belagerten es in einer Weise. dassjeder Heerhaufe je einem der Stadtthore gegenüber aufgestellt wurde[1225 v. Chr.). Theben war nicht genügend verproviantirt, und nachkurzer Belagerung machten die Thebaner, dem heftigen Drängen desEteokles und ihrem Wunsch, der Hungersnoth zu entgehen, endlich