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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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98 I- Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der gfiech.-pers. Kriege.

halt und erschlug eine Menge von ihnen, aber in der hierauf folgendenblutigen Schlacht erlitt er eine vollständige Niederlage und büsste seinLeben ein (529).

Aus diesem kurzen historischen Ueberblick der Kriege, welcheCyrus geführt hat, ersieht man, dass sie den allgemeinen Charakter allerasiatischen Eroberungskriege hatten', gewaltige Ueberf alle mit dem Zweckder Eroberung, dass sie sich aber von jenen unterschieden durch diebesondre Kunst, mit welcher Cyrus beständig seine vereinten Kräfte da-hin zu richten wusste, wo sich Bündnisse gegen ihn bildeten und zahl-reiche Feinde sich bewaffneten, besonders aber dahin, wo sich die poli-tische Thätigkeit der .asiatischen Reiche concentrirte, nämlich auf dieHauptstädte. Seinen Gegnern durch die Schnelligkeit seiner Bewegungenzuvorkommend, durch sein unerwartetes Erscheinen sie in Erstaunensetzend, traf er sie durch entscheidende Actionen im Felde und imKampfe mit mächtigen Schlägen und entschied dadurch das Geschickder Reiche und Völker. Kein Zweifel, dass seine Erfolge durch dieSchwäche und den Verfall der asiatischen Reiche und die moralischeVerkommenheit ihrer Heere erleichtert wurden. Aber der Hauptgrundzu denselben lag doch in der hohen persönlichen Begabung des Cyrusals Feldherr und in seiner Kunst, Krieg zu führen, wovon schön früherdie Rede war, wie auch in der trefflichen Organisation und der ausser-ordentlichen Tapferkeit und Tüchtigkeit der persischen Truppen, end-lich auch in dem vorzüglichen kriegerischen Geist und der militärischenDisciplin derselben.

Cyrus hatte seine Eroberungen in Asien gemacht; sein Sohn undNachfolger Cambyses kehrte seine Waffen gegen den' anderen Erdtheil, Afrika. Seine Herrschsucht, sein Wunsch, sich, dem Vater gleich,mit dem Ruhm des Eroberers zu krönen und Aegypten und die anderenreichen Länder Afrikas zu unterwerfen, das unfreundliche Verhalten desägyptischen Königs Amasis gegen ihn, endlich die Ränke und Intriguender kleinasiatischen Griechen, besonders des Phanes von Halikarnass,dies Alles musste unvermeidlich treiben und trieb in der That zu einemfeindlichen Zusammenstoss der Perser mit den Völkern und StaatenAfrikas.

Nach Unterjochung von Tyrus und Cypern versammelte Cambysesdie Flotten der kleinasiatischen Griechen und der Phönizier und sandtesie nach Pelusium. Er selbst erkaufte mit Gold die Freundschaft derwilden arabischen Nomadenstämme, wie Phanes ihm gerathen hatte, undging zu Lande längs der Küste des mittelländischen Meeres mit einemzahlreichen Heere nach Aegypten (525 v. Chr.). Die Flotte und dasLandheer stiessen vor Pelusium zusammen. Diese erste Festung, derSchlüssel zu Aegypten, ergab sich nach kurzem Widerstände. Cambyses