9R 1. Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griecli.-pers. Kriege.
hinter den beiden Flanken standen, hatten die Bestimmimg', plötzlichund ungestüm, wie aus einem Hinterhalte, gegen Flanken und Rückender feindlichen Umgehungstruppen in dem Moment vorzubrechen, wenndie Streitwagen und Heiter der Flanken des C'yrus dieselben von vorn an-griffen : — und 5) Cyrus wollte überhaupt sein Heer möglichst zusam-menhalten und nach der Tiefe aufstellen, das Heer des Crösus dagegenzwingen, sich auszudehnen und aus einander zu reissen, um dann,indem er seine ganzen Truppen in der Hand hatte, aus seiner neutralenStellung auf die zersplitterte feindliche Armee zu fallen und die einzelnenTheile zu schlagen, d. h. zuerst die beiden Flügel und dann die von allenSeiten umfasste und eingeschlossene Hauptmacht.
Alle Anordnungen des Cyrus wurden mit der grössten Pünktlichkeitausgeführt und von vollkommenstem und glänzendstem Erfolge gekrönt.Als beide Heere sich näher gerückt waren, machte das Centrain 'dieHauptmacht des Crösus Halt und beide Flügel begannen gegen desCyrus Flanken frontal einzuschwenken, wobei sie in der That sich aus-eiuanderzogen und von ihrem Centrum abkamen. Nun führte Cyrus,dessen Heer unbeweglich auf derselben Stelle gehalten hatte, persönlichmit der Reiterei des rechten Reservecorps, hinter welcher auch die In-fanterie dieses Corps folgte, einen ungestümen Angriff auf Flanke undRücken des umgehenden feindlichen linken Flügels, während die Streit-wagen vom rechten Flügel des Cyras sich auf die Front des feindlichenlinken Flügels stürzten. Dasselbe geschah auf dem linken Flügel desCyrus gegen den feindlichen rechten Flügel. In ganz kurzer Zeit warenbeide Flügel des Crösus in Verwirrung gebracht, geworfen, geschlagenund zerstreut. Nun richtete Cyrus einen entscheidenden Angriff auf dieHauptmacht des Crösus von drei Seiten gleichzeitig, — mit seiner Haupt-macht gegen die Front, mit seinen beiden Flügeln gegen Flanke undRücken. Es entspann sich ein furchtbares Handgemenge, in welchem diegrossen, geschlossenen, tiefen und eng zusammengedrängten Massen desägyptischen Fussvolks durch die vereinte Action der Streitwagen, desFussvolks, der Reiterei des Cyrus, sowie durch den Bogenschuss seinerleichten Truppen ausserordentliche Verluste erlitten. Die Aegypterkämpften mit der äussersten Ausdauer und Standhaftigkeit, — sie zwangensogar einmal die persische Infanterie zum Rückzüge, — und hielten auchdann noch Stand, als schon alle übrigen Truppen des Crösus in die Fluchtgeschlagen und zerstreut waren, und wollten sich durchaus nicht ergeben ;endlich aber schlössen sie mit Cyrus einen Vertrag, demzufolge sie gegenSold in seinen Dienst traten, Cyrus aber in Anerkennung ihrer ausserge-wöhnlichen Tapferkeit sich verpflichtete, ihnen Städte und Landgebiet zurAnsiedelung mit ihren Familien zu überweisen.
Crösus ging mit den Trümmern seiner Armee nach Sardes und wurde