Druckschrift 
Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
Entstehung
Seite
95
Einzelbild herunterladen
 

3. Die Perser. 95

gemischt. Fussvolk wie Reiter waren in Abtheilungen zu 30 Mann tiefgestellt. Die 120.000 Mann ägyptischer Infanterie, die im Centrum derInfanterie des Crösus standen, hatten von ihrer gewöhnlichen Schlacht-ordnung nicht abgehen wollen und standen in zwölf grossen, geschlosse-nen, dicht an einander gestellten quadratischen Massen, deren jede 100Mann Front und 100 Mann Tiefe hatte, im Ganzen also 10,000 Mannstark war.

Als Cyrus die Aufstellung und Eintheilung des feindlichen Heereserkannte und die Absicht des Crösus errieth, traf er seinerseits folgendeDisposition : Die persische Infanterie und Reiterei ward nicht 24 Manntief, wie gewöhnlich, sondern nur 12 Mann tief gestellt, sein ganzes Heeraber in fünf Linien : in der ersten das schwer bewaffnete (geharnischte)Fussvolk, in der zweiten, nahe hinter der ersten, die Wurfspiesswerfer,in der dritten das leichte Fussvolk, d. h. die Bogenschützen, welche überdie vor ihnen stehenden Truppen weg schiessen sollten, und in der viertenLinie die Elite-Infanterie, welche die vorderen Truppen unterstützensollte, in der fünften Linie die Fahrzeuge mitThürinen und Schützen, vondenen oben die Rede war, und hinter dem ganzen Heere die Wagen-meister mit dem Tross (Train) in der Form eines hohlen Rechtecks,innerhalb dessen alle Nicht-Combattanten sich aufhielten. Seine Reitereiwurde auf beide Flügel gestellt. Die 300 Streitwagen, die mit Lanzenund Sicheln besetzt waren, vertheilte er so, dass 100 die Front deckten(vor der Front), die übrigen die Flanken seines Heeres. Zur grösserenDeckung und Sicherung der Flanken stellte er an den äussersten Endenderselben hinter den Tross je 1000 Mann Infanterie und 1000 MannCavallerie aus seinen auserlesensten Truppen. Bei dem Reservecorpsder linken Flanke waren die 300 mit Bewaffneten besetzten Kaineele.Dieser Eintheilung seines Heeres durch Cyrus lagen, wie Xenophon sagtund wie es auch wahrscheinlich ist, folgende Gesichtspunkte zu Grunde:l) seiner Schlachtordnung rechte grosse Tiefe zu geben, um dadurch denFeind zu zwingen, bei Umgehung der Flauken des Cyrus weite Be-wegungen zu machen und dadurch sich lang auszudehnen, aus einanderzu reissen und zu schwächen: 2) die Bogenschützen waren nicht in dievorderste, sondern in die dritte Linie gestellt, wahrscheinlich damit siedurch ihre grosse Zahl nicht die schweren Truppen in Verwirrung bräch-ten, wenn sie durch deren Zwischenräume zurückgingen; im hohen Bogenaber schössen sie, wenn auch weniger stark, doch weiter, als beim gradenSchuss, und dies hielt Cyrus für sehr wirksam einem Feinde gegenüber,der in so grossen dichten Haufen stand ; 3) die Fahrzeuge mit ThUrmenund Schützen standen in der fünften Linie, damit die Infanterie im Fallder Niederlage, oder wenn sie zu stark gedrängt würde, eine sichere Zu-flucht hinter ihnen finden könnte; 4 die zwei Reservecorps, welche