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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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3. Die Perser. 93

den Lauf des Euphnit, der mitten durch Babylon fliesst, nach einer an-dern Richtung geleitet, sein altes Bett dadurch ausgetrocknet hatte, undnun unerwartet in diesem alten Flüssbett in die Stadt eindrang.

§ IS-Die Kriege der Perser unter Cyrus und Cambyses.

Zu der Zeit, als die medische und babylonische Monarchie, unterder Regierung ihrer Könige Astyages und Neriglissor, sich ihrem Ver-falle zuneigten, und die lydisclie Monarchie unter Crösus sich noch nichthinlänglich befestigt hatte, erwählten die persischen, unter medischerBotmässigkeit stehenden Stämme zu ihrem Führer Agradates, welcherdem berühmten Geschlecht der Achämeniden aus dem Stamme der Pasar-gaden angehörte, und empörten sich gegen Astyages. Die Ungerechtig-keit und Grausamkeit des Letzteren hatte ihn seinen Untergebenen vcr-hasst gemacht und verschaffte dem Agradates, der den Namen Kores'Sonne) oder Cyrus annahm . viele Anhänger in Medien. Unkluge Mass-regeln des Astyages beschleunigten seinen Fall und erleichterten Cyrus undden Persern den Sieg über ihn : Astyages hatte nämlich die Beschwich-tigung des Aufruhrs seinen geheimen Feinden und Verräthern übertra-gen, ausserdem scheint eine grosse Zahl medischer Truppen aus Persernbestanden zu haben. So gingen in der zwischen Astyages und Cyrus um.MIO erfolgenden Schlacht bei Pasargada alle Perser aus des AstyagesHeer gleich Anfangs zu Cyrus über, und er errang ohne Mühe einen voll-ständigen Sieg über-Astyages und die Meder. Die Wegnahme von Ek-batana und Gefangennahme des Astyages machte der medischen Herr-schaft ein Ende, und die Macht ging in Cyrus' Hände über. Dieser ersteund bedeutende Erfolg erweckte in Cyrus den Trieb zu weiteren Erobe-rungen, in den Königen von Babylon und Lydien aber grosse Besorgniss.Während diese sich gegen Cyrus verbündeten und zum Kriege rüsteten,wandte sich Cyrus gegen den König von Armenien, der von Medien ab-gefallen war. Durch einen raschen Zug nach Armenien und seine plötz-liche Erscheinung dort zwang er fast ohne Schwertstreich den König sichzu unterwerfen, ihm Abgaben zu zahlen und sein Heer mit dem persi-schen zu vereinen. Dann bändigte Cyrus die kriegerischen Chaldäer,welche nördlich von Armenien wohnten, schloss ein Bündniss mit ihnenund baute, um die armenischen Grenzen vor ihren Einfällen zu sichern,an dieser Grenze einige kleine Festungen.

Crösus. durch Cyrus' Erfolge beunruhigt, verbündete sich gegen ihnmit dem König Ainasis von Aegypten, mit dem neuen babylonischenKönig Nabonadius und mit den Spartanern. Wahrscheinlich aber in derAbsicht, dem Cyrus zuvor zu kommen, wartete er die Ankunft der Heere