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Abth. 1, Das Alterthum Bd. 1 (1874) Von den ältesten Zeiten bis zum Tode Alexander's des Grossen : (323 v. Chr.)
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88 I Von den ältesten Zeiten bis zum Beginn der griecli.-pers. Kriege.

seine grossen Eroberungen vollbracht. Wenn Xenonhon in seiner Cyro-pädie wahr berichtet, so unternahm Cyrus dieselben mit nur 30,000 aus-erwählten Kriegern, deren Zahl sich in der Folge auf 70,000 erhöhte. Indem Maasse, wie die Eroberungen fremder Länder und Völker vorschrit-ten, verstärkten sich auch die persischen Truppen sowohl durch die Krie-ger dieser Völker, als auch durch die Noinadenstäninie Asiens, die demCyrus zufielen. Das persische Heer bildete den Kern, den besten Theilund die llauptstärke der in dieser Weise bunt zusammengesetzten Schaa--ren, denen hervorragende Persönlichkeiten aus der Kriegerkaste als Be-fehlshaber vorgesetzt wurden, und diesen lag zugleich die militärischeVerwaltung der eroberten Länder ob, in welche sie mit starken Abthei-lungen persischer Truppen gelegt wurden, um die Einwohner im Gehor-sam zu erhalten. Nachdem Cyrus Mittel-, Klein- und Westasien eroberthatte, wurden die persischen Kriegerkasten der herrschende Stand in denunterworfenen Ländern und bildeten das eigentliche auserwählte stehendeHeer der persischen Monarchie. Die von den Persern unterjochten Völkerbehielten ihre frühere innere Einrichtung und Verwaltung und waren nurverpflichtet, im Fall der Noth und auf Verlangen eine bestimmte Zahlvon Hülfstruppcn zu stellen. Ihre Länder wurden aber nocli wie vor vonpersischen Truppen besetzt gehalten und blieben unter der militärischenVerwaltung der persischen Oberbefehlshaber. Die persischen Truppenwaren theils im Lande vertheilt, zum grössten Theil bildeten sie die Be-satzung der Städte, namentlich der Grenzstädte; denn, unbekannt mitder Kunst, Städte durch Belagerung einzunehmen, legten die Perser umso mehr Werth auf dauernde Behauptung der von ihnen besetzten Städte,je mehr Mühe ihnen deren Einnahme gemacht hatte, ausserdem abersahen sie darin zugleich das beste Mittel, auch die eroberten Länder indauerndem Besitz zu erhalten. Diese, letzteren waren verpflichtet, die inihnen dislocirten persischen Truppen zu unterhalten und zu verpflegen.

In dieser Weise war das Heerwesen der persischen Monarchie zu desCyrus und auch des Cambyses Zeit organisirt ebenso wie in allenübrigen asiatischen Beichen, die auf Eroberung gegründet waren j wenig-stens in der ersten Zeit ihrer Bildung. Aber die schon unter Cyrus. nochmehr unter Cambyses, die persischen Krieger ergreifende Ausbreitungder Gesetze, Sitten, Gebräuche und des Luxus der Meder hatte einennicht unbedeutenden Einfluss auch auf die militärische Organisation derpersischen Monarchie und auf Wesen, Sitten und Sinn der Kriegerkasten.Die Perserkönige umgaben sich mit einem üppigen militärischen Hofeund einer Leibwache, und die höchsten Würdenträger, dem Beispiel derKönige folgend, mit einer Schaar eigener Haustruppen. Bald waren dieKriegerkasten angesteckt von den Lastern der eroberten Völker, ergabensich der Ausschweifung, büssten allmälig ihre frühere Tugend, ihre treff-