Drittes Kapitel.Die Perser.
§. 15. Das Kriegswesen der Perser bis zu Cyrus, und die militärische Organisationder persischen Monarchie unter Cyrus und Cambyses. — §. 16. VerschiedeneTruppengattungen, Bewaffnung, Aufstellung und Kampfesart. — tj. 17. Befesti-gungs- lind Belagerungskunst. — §. 18. Kriege der Perser unter Cyrus undCambyses.
Quellen: Die im ersten Kapitel angeführten, ausserdem Xenuphon's Cyrupädic.
§• 15-
Das Kriegswesen der Perser bis zu Cyrus, und die militärische
Organisation der persischen Monarchie unter Cyrus und Cambyses.
Bis zu des Cyrus Zeiten waren die Perser ein wenig zahlreiches Berg-volk, das in den gebirgigen Theilen der Provinz Persien hauste, und an-fangs den Assyriern, später den Medern unterworfen war. Von einfachenrauhen Sitten, männlich und kriegerisch, führten sie theilweis ein sess-haftes, grösstentheils aber ein nomadisches Leben, beschäftigten sich mitAckerbau, Viehzucht und Krieg, und th eilten sich hiernach in 10 Kasten :3 der Ackerbauer, 4 der Hirten und 3 der Krieger. Die Letzteren, beson-ders das Geschlecht der Pasargaden zur Zeit des Cyrus fürstliches Ge-schlecht;, galten als Edelgeborene und bildeten den höchsten herrschendenStand im Volke. Das Kecht, Waffen zu tragen und dem Kriegsdienst ob-zuliegen, war ihr ausschliessliches und erbliches Vorrecht. Sie zeichnetensich durch Tapferkeit, kriegerischen Geist, Geschicklichkeit zum Kriegeund Erfahrung im Kriegshandwerk aus, — wozu nicht wenig die allge-meine kriegerische Erziehung beitrug, welche den persischen Kriegernvon jungen Jahren an gegeben wurde, und die, wie überall bei den altenVölkern des' Orients, in gymnastischen und kriegerischen Uebungen be-stand, besonders in der Jagd auf wilde Thiere, als der dem Kriege ähn-lichsten Uebung.
Mit dieser kriegerischen Klasse des persischen Volkes hat auch Cyrus