2. Dio alten asiatischen und afrikanischen Völker und Eeiche. - Sä
Die Feldzüge und Eroberungen des Sesostris in Mittelasien, die jenenin Kleinasien vorhergehen, und die bis zum Indus und Oxus sich erstreckthaben sollen, sind sehr zweifelhaft, aber sie haben jedenfalls eine histo-rische Grundlage. Wenn auch anzunehmen ist, dass Sesostris bis zumOxus und Indus vordrang, so waren doch seine Eroberungen dort ohneDauer, oder, was noch wahrscheinlicher, er beschränkte sich nur auf dieErhebung von Abgaben von Seiten der besiegten Völker.
Aus den dunkeln Angaben über diese Kriege und Züge des Sesostriskann man sich unmöglich über ihren Charakter und über die Art, wie Se-sostris die Kriege führte, eine Vorstellung bilden. Unzweifelhaft lag derGrund zu seinen Erfolgen in der Persönlichkeit des Sesostris, in seinerGeschicklichkeit, und andererseits in der Vorzüglichkeit seines Heeres,in dessen Ueberlegenheit an Zahl und Ausbildung über die Heere der vonihm bekriegten Völker.
In der Zeit der Unruhen (1200—670 wurde Aegypten von innerenKriegen zerfleischt, im 9. und 8. Jahrhundert v. Chr. ausserdem nochvon häufig einfallenden starken äusseren Feinden unterjocht, namentlichvon den Königen Aethiopiens und Mittelasiens, — welche es eroberten.So ward es im 8. Jahrhundert durch Sabako erobert, den König von Ae-thiopien (wahrscheinlich von Süd-Aethiopien oder Meroe . Unter einemder Nachfolger Sabako's, Sethos, drohte Aegypten der Einfall des assyri-schen Königs Sanherib; aber der nahe der Grenze von den.Aegyptern überdie Assyrier erfochtenc Sieg errettete es davor (71 I .
Im Beginn des 7. Jahrhunderts v. Chr. wurden die Aegypten zer-rüttenden Bürgerkriege durch Fsammetich I. , den Saiten, mit Hülfegriechischer Miethstruppen unter ägyptischen Königen oder Statthalternder Provinzen beendet, indem er diese Provinzen in eine Monarchie unterseiner Herrschaft vereinigte 670 . Von dieser Zeit an waren die Pha-raonen, welche die Wiederherstellung des alten Kriegsruhmes Aegyptensim Auge hatten, bestrebt, dem Sesostris gleich, grosse Eroberungen inAfrika und besonders in Asien zu machen. Ihre kriegerischen Einfällerichteten sie besonders gegen die Königreiche Juda und Israel, Phönizien,Syrien, Babylonien und Assyrien. Aber die Zeiten waren andere gewor-den : die ägyptischen Pharaonen begegneten in den Herrschern Mittel-asiens mächtigen Gegnern, und in den Kämpfen mit ihnen war der Erfolgmeist nicht auf Seite der Aegypter.
So unternahm schon Ps'ammetich (670—616) bald nach seiner Thron-besteigung einen Feldzug gegen Palästina und Phönizien. Man weissdarüber nur, dass Psammetich die Stadt Azotus im Philisterlande nach29jähriger Belagerung wahrscheinlich mit mehrfachen Unterbrechungen*besiegte. Sein Sohn und Nachfolger Nechus oder Neko 616 —601 . derGründer der ägyptischen Seemacht, setzte die Eroberungen seines Vaters