2. Die alten asiatischen und afrikanischen yölker und Reiche. 83
der Mauern auf Leitern, Schildkrötendächern, die aus ihren grossen.Schilden gemacht wurden; die Mauern der ägyptischen Festungen haheuineist vier Stockwerke, — die Belagerten werfen von oben grosse Steine,brennende Stoffe etc.
§.14.Kriege der Aegypter.
Vom frühesten Alterthum bis zur Zeit der Sesostriden ist über Kriegeder Aegypter Nichts bekannt. Wahrscheinlich aber waren es innereFehden der schwächeren Gemeinden gegen die stärkeren, und besondersKriege gegen die wilden Nomadenstämme Lybiens und der übrigen afri-kanischen , mehr noch arabischen Stämme, die, angelockt durch denwachsenden Reichthum der Ansiedelungen im Nilthal, wiederholte Ein-fälle nach Aegypten machten. Diese Einfälle nahmen nach der Verwal-tung Aegyptens durch Joseph noch zu. Die arabischen Hyksos (derägyptische Priester Manethos erklärt die Bedeutung des Namens Hyksosals »Könige« oder »Hirtenkönige«), die gefährlichsten unter den FeindenAegyptens, eroberten, nachdem sie während einiger Jahrhunderte wieder-holt von Nordosten her in dasselbe eingedrungen waren und es arg ver-wüstet hatten, endlich Unterägypten, dann zogen sie nach Mittelägypten,nahmen Memphis, zerstörten Tempel und Städte, Hessen sich in Unterägyp-ten häuslich nieder und herrschten darin ungefähr 200 Jahre lang (1700bis 1500 v. Chr.). Um ihre Herrschaft zu erleichtern und fester zu stellen,vielleicht auch behufs besserer Verbindung mit Arabien, schlugen sie beiAvaris, nahe Pelusium, ein mit Mauern befestigtes Lager auf.
Die altägyptischen oder thebanischen Könige lagen mit ihnen unauf-hörlich im Streite, theils zu ihrer eignen Vertheidigung, theils um sie ausAegypten zu vertreiben. Endlich gelang es dem König Amenophis oderTuthmosis sie zu verjagen (ungefähr um 1500 v. Chr.; und sie in ihrfestes Lager bei Avaris zu drängen, welches die Aegypter indessen nichtmit Gewalt zu nehmen vermochten. Der Nachfolger Tuthmosis' schlossmit den.Hyksos einen Vertrag, demzufolge sie Aegypten vollständigräumten und ebenso ihr Lager bei Avaris verliessen.
In der nun folgenden glänzenden Periode der Sesostriden (1500 bis1200 v. Chr. zeichneten sich die ägyptischen Pharaonen durch gewaltigeEroberungen aus. Sie vollbrachten grosse und weitgreifende Unterneh-mungen und führten die Truppen zum Heerzuge, dessen Richtung, wie as,scheint, nach Aethiopien, Phönizien und Mittelasien bis zum Indus undOxus ging, und dessen Zweck nicht nur die Eroberung dieser fruchtba-ren, handeltreibenden und reichen Gegenden, sondern die Bereicherungdurch Eintreibung von Steuern und von Beute war. Ursache und Zweck